Im Berliner Bezirk Reinickendorf tut sich gerade einiges. Ein ehemaliges Aldi-Logistikzentrum in Borsigwalde wird zum neuen Gewerbequartier – und das hört auf den klangvollen Namen Brickhub. Auf mehr als 40.000 Quadratmetern, die sich über fünf Hektar erstrecken, entsteht hier ein spannendes Projekt, das nicht nur Logistiklösungen, sondern auch innovative Arbeitsräume bietet. Die Aventos-Gruppe hat das Areal vor drei Jahren erworben und die Umbauarbeiten haben bereits im Jahr 2025 begonnen. Hier wird nicht nur umgebaut, sondern auch ein neuer, kreativer Raum für Unternehmen geschaffen.

Das Brickhub-Projekt umfasst insgesamt über 42.000 Quadratmeter Mietfläche in verschiedenen Formaten. Vier Logistikhallen, die Hubs, nehmen etwa 30.000 Quadratmeter ein. Doch das ist nicht alles: Zwei denkmalgeschützte Backsteingebäude, die schon aus den Jahren 1912, 1915 und 1935 stammen und einst Teil der Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken waren, werden ebenfalls revitalisiert. Diese alten Ziegelbauten, die mit ihrem rustikalen Charme ein Stück Geschichte in sich tragen, bieten Platz für kleinere Unternehmen. Rund 40 Prozent der Flächen sind bereits vermietet, darunter an einen Kollagenpulverhersteller und ein Cateringunternehmen.

Ein Ort der Symbiose

Britta Isken, die Projektentwicklerin, sieht Brickhub nicht als Konkurrenz zur Urban Tech Republic, sondern als Teil einer Symbiose, die den Innovationsstandort Reinickendorf weiter voranbringen soll. Hier wird ein Ort geschaffen, an dem Tradition auf Innovation trifft. Der Bezirk zeigt sich im Wandel zur Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft, geprägt von global tätigen Unternehmen wie Borsig, Oracle und Otis, aber auch von innovativen mittelständischen Betrieben.

Ein Blick auf den ehemaligen Hauptstadtflughafen Tegel, dessen Betrieb 2020 eingestellt wurde, offenbart die Dimensionen dieser Transformation. Auf der Fläche von 495 Hektar entsteht eines der größten innerstädtischen Entwicklungsgebiete Europas, in dem zukünftig rund 1.000 Unternehmen, 20.000 Beschäftigte, 5.000 Studierende und 10.000 Wohnungssuchende Platz finden sollen. Ein gewaltiger Schritt, der die Attraktivität des Nordwestens Berlins erheblich steigern wird.

Wirtschaftswachstum und Herausforderungen

Der Bezirk Reinickendorf erlebt gegenwärtig ein dynamisches Wachstum in den Bereichen Bevölkerung, Beschäftigung und Wirtschaft. Diese Entwicklung bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Die Nachfrage nach Flächen steigt, während die Verfügbarkeit sinkt. Die Bodenpreise steigen rapide, und die Nutzungskonkurrenzen zwischen Gewerbe, Wohnen und anderen Nutzungen nehmen zu. Unternehmen haben zunehmend Schwierigkeiten, geeignete und bezahlbare Wirtschaftsflächen zu finden.

<pUm diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde das bezirkliche Wirtschaftsflächenkonzept (WiKo) ins Leben gerufen. Mit dem Ziel, den Wirtschaftsstandort Reinickendorf zu stärken, sollen bestehende Gewerbestandorte gesichert und weiterentwickelt werden. Das Konzept umfasst vier Teilpläne, die sich mit der aktuellen Flächennutzung, der Planungssituation, räumlichen Strategien sowie Instrumenten und Maßnahmen beschäftigen. Der Beschluss des WiKo durch das Bezirksamt erfolgte am 28.11.2023, gefolgt von der Zustimmung durch die Bezirksverordnetenversammlung am 15.05.2024. Die Veröffentlichung im Amtsblatt ist für den 31.05.2024 angesetzt.

Mit all diesen Entwicklungen ist klar: Reinickendorf ist auf dem besten Weg, sich als zukunftsträchtiger Standort für Unternehmen und Innovationen zu etablieren. Das Brickhub-Projekt ist nur ein Teil dieses großen Ganzen und wird sicherlich seine Spuren im Bezirk hinterlassen.