Am 2. Oktober 2026 war es endlich so weit: Eine umfassende CBRN-Übung fand in Viersen-Süchteln statt. Organisiert von der IV Niederrheinlogistik GmbH in Zusammenarbeit mit dem Löschzug Süchteln, wurde diese Übung zu einem echten Test für die Einsatzkräfte. Die Szenarien, die dabei durchgespielt wurden, waren alles andere als alltäglich – ein beschädigtes Fass durch einen Gabelstaplerunfall, ein IBC-Behälter, aus dem möglicherweise gefährliche Stoffe austreten könnten, und ein Gefahrgut-Lkw an der Laderampe! Da kamen schnell Erinnerungen an die realen Zwischenfälle vom 1. Oktober 2026 auf, wie den Brand in der Gefahrstoff-Lagerhalle in Schkopau oder den Austritt von 500 Litern Salpetersäure in Burgenland. Man merkte, wie wichtig es ist, gut vorbereitet zu sein.

Der Fokus der Übung lag auf dem richtigen Vorgehen unter schwerem Atemschutz und in Chemikalienschutzanzügen (CSA). Es war beeindruckend zu sehen, wie die Einsatzkräfte die GAMS-Regel anwendeten – Gefahr erkennen, Absperren, Menschenrettung und Spezialkräfte nachfordern. Besonders spannend war der Einsatz mobiler Messtechnik und der Aufbau einer Dekontaminationsstrecke. Die Professionalität und das schnelle Handeln der Beteiligten waren einfach bemerkenswert.

Vorbereitung auf den Ernstfall

Umso mehr war es von Bedeutung, dass diese Übung auf den vorherigen Aktivitäten aufbaute. Am 1. Oktober fand eine Kellerbrandübung im Geschirrspülerwerk der BSH Hausgeräte GmbH in Dillingen statt, an der 90 Einsatzkräfte teilnahmen. Und nur einen Tag zuvor, am 28. September, hatten fünf Freiwillige Feuerwehren an einer Biogasanlage in Buchloe geübt. Diese aufeinander aufbauenden Übungen zeigen deutlich, wie wichtig koordiniertes Vorgehen und geübte Sicherheitsmaßnahmen sind – denn im Ernstfall zählt jede Sekunde.

Doch die GAMS-Regel war nicht das einzige, was in Viersen zur Anwendung kam. Auch die Erkundung spielte eine zentrale Rolle: Wo breitet sich der Stoff aus? Was tritt überhaupt aus? Solche Fragen mussten schnell geklärt werden. Die Einsatzkräfte waren gefordert, die Beständigkeit ihrer Schutzkleidung zu prüfen und darauf zu achten, dass keine gefährlichen Stoffe in Erdreich, Gewässer oder Luft gelangen. Bei Gefahrstoffen, die schwerer als Luft sind, wie beispielsweise Chlorgas oder Ammoniak, war es besonders wichtig, Personen in oberen Stockwerken zu halten. Man könnte fast sagen, diese Übung war ein Paradebeispiel für die Bedeutung von schnellem Meldeverhalten und präzisen Handlungsanweisungen.

Die Rolle der Spezialkräfte

Ein weiterer interessanter Aspekt war die Alarmierung von Spezialkräften. In der Übung war es entscheidend, rechtzeitig Rückmeldung zu geben und sachverständige Stellen zu informieren. Denn, seien wir ehrlich, die komplexen Herausforderungen bei einem CBRN-Einsatz sind ohne die richtige Unterstützung kaum zu bewältigen. Auch hier war die Strukturierung der Einsatzabschnitte von Bedeutung: Gefahrenabwehr, Dekontamination, Messen, Warnen und der Rettungsdienst mussten nahtlos ineinander greifen.

Und wenn wir schon bei den Gefahren sind, die in der Luft hängen – wie sieht’s mit den chemischen Kampfstoffen aus? Nervenkampfstoffe wie Tabun oder Sarin setzen die Einsatzkräfte enorm unter Druck. Der Einsatz von Antidoten wie Atropin oder Hydroxocobalamin kann im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden. Aber auch bei alltäglichen Gefahrstoffen wie Schwefelwasserstoff oder Chlorgas muss schnell reagiert werden. Die Symptome sind oft dramatisch und erfordern schnelles Handeln. Das zeigt, wie wichtig eine fundierte Ausbildung und regelmäßige Übungen sind.

Es hat sich wieder einmal gezeigt: Die Herausforderungen für die Logistikbranche sind vielfältig, und Sicherheit geht vor. Die CBRN-Übung in Viersen-Süchteln war ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie durchdacht und professionell die Einsatzkräfte auf solche Szenarien vorbereitet sind. In der Welt der Logistik, in der gefährliche Stoffe transportiert werden, bleibt das Thema Sicherheit oberstes Gebot. Und wir können nur hoffen, dass die geübten Abläufe im Ernstfall genauso reibungslos funktionieren werden.