In der Nacht zum 5. November 2026 haben ukrainische Drohnen die russische Region Rjasan ins Visier genommen. Ein massiver Angriff, der die Nacht in ein Chaos aus Feuer und Zerstörung verwandelte. Brände auf Industrieanlagen, beschädigte Stromleitungen und eine verletzte Person – die Bilanz des Übergriffs ist erschreckend. Gouverneur Pawel Malkow bestätigte die Angriffe auf eine Öl-Raffinerie von Rosneft, die jährlich mehr als 17 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet, sowie auf ein Logistikzentrum des Onlinehändlers Wildberries, dem russischen Pendant zu Amazon. Die Anwohner des Gebiets waren sichtlich geschockt und verbreiteten Videos von einem Großbrand auf dem Raffineriegelände. Ein Bild des Schreckens!

Besonders brisant ist, dass dies nicht der erste Angriff auf die Raffinerie war. Bereits am 15. Oktober wurde die Anlage durch einen vorherigen Angriff in Mitleidenschaft gezogen, was zu einem Stillstand einer zentralen Rohölverarbeitungseinheit führte. Das Wildberries-Lager war ebenfalls bereits am 29. August Ziel eines Angriffs, der den Betrieb vorübergehend zum Erliegen brachte. In der Region wird die Luft immer dichter – nicht nur durch den Rauch der Brände, sondern auch durch die anhaltenden Drohnenangriffe, die gezielt auf Russlands Öl- und Rüstungsindustrie abzielen.

Die Auswirkungen auf die Wirtschaft

Die ukrainischen Drohnenangriffe zielen darauf ab, die Treibstoffversorgung zu stören und damit Moskaus Kriegskasse zu schwächen. Diese Strategie scheint aufzugehen, denn die russische Regierung überlegt bereits, Maßnahmen zur Stabilisierung des Kraftstoffmarktes zu ergreifen. Ein Exportverbot für Diesel steht im Raum, um die Versorgung zu sichern. In den letzten Wochen haben mindestens 15 Regionen in Russland Beschränkungen beim Verkauf von Benzin und Diesel eingeführt, um einen „künstlichen Mangel“ zu verhindern. Autofahrer in Rjasan warten oftmals stundenlang auf Benzin – eine frustrierende Situation, die immer wieder zu Streitigkeiten führt.

Die Lage ist angespannt. In Woronesch wurden 48 Drohnen abgefangen, und in Rostow waren es sogar rund 50. Die herabfallenden Trümmer der Drohnen haben in mehreren Orten bereits Schäden verursacht, darunter zerbrochene Fensterscheiben an Schulen und beschädigte Lkw-Auflieger. Und das ist nicht alles: Die Angriffe auf Russlands Wirtschaft setzen sich fort. Raffinerien in Nowokuibyschewsk, Ufa und NORSI waren ebenfalls betroffen. Die Ukraine hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Nachschub an Angriffswaffen zu stoppen, indem sie gezielt Rüstungsbetriebe angreift.

Technologie und Strategie im Krieg

Die ukrainischen Angriffe werden durch neue Storm-Shadow- und Scalp-Marschflugkörper aus Großbritannien und Frankreich ermöglicht. Mit diesen fortschrittlichen Technologien wird die Präzision und Effizienz der Angriffe erheblich gesteigert. Analysten nutzen öffentlich zugängliche Informationen, auch aus Fernsehberichten, zur Identifizierung von Zielen. Russland wiederum versucht, offene Informationen zur Lokalisierung ukrainischer Fabriken zu verwenden, oft in enger Zusammenarbeit mit Militärgeheimdiensten.

Die ukrainischen Drohnenangriffe auf Russlands Ölindustrie haben bereits spürbare Auswirkungen. Die tägliche Benzinproduktion liegt etwa 25 Prozent unter dem Durchschnitt vom Juni 2025. Rohölexporte Russlands auf dem Seeweg sind in der ersten Junihälfte um etwa 15 Prozent gesunken. Die Moskauer Ölraffinerie, die einen Großteil des Kraftstoffbedarfs der Hauptstadt deckt, wurde ebenfalls Ziel von Angriffen, was zur Betriebseinstellung der Anlage führte. Es ist klar, dass die Folgen der ukrainischen Drohnenkampagne zunehmend in russischen Regionen spürbar werden. Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen sind gewaltig, und die Unsicherheit bleibt.