Die Übernahme von 178 Tegut-Filialen durch die Edeka-Gruppe ist ein Thema, das die regionalen Märkte in Osthessen und Kinzigtal gehörig aufwirbelt. Das Bundeskartellamt hat grünes Licht gegeben, aber es gibt auch einige Auflagen. Edeka wollte ursprünglich 202 Tegut-Märkte sowie 41 Teo-Standorte und eine Bäckerei übernehmen. Doch für 24 Filialen wurde ein Kaufverbot für vier Jahre verhängt. Das hat seine Gründe – ohne die Zusagen von Edeka wäre der Zusammenschluss in 34 regionalen Märkten schlichtweg riskant gewesen. Man spricht von einer möglichen Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen. Das geht ja nun wirklich nicht!

Der Rückzug der Schweizer Migros aus dem deutschen Markt hat Edeka eine Tür geöffnet, die sie sich nun zunutze machen. Die Übernahme umfasst auch ein Logistikzentrum, was in der Logistikbranche für ordentlich Gesprächsstoff sorgt. Die Filialen in Osthessen und Kinzigtal, die an Edeka gehen, sind unter anderem in Bad Hersfeld, Fulda und Hanau angesiedelt. Besonders interessant ist die Tatsache, dass für die Tegut-Standorte in Hünfeld, Neuhof, Alsfeld und Geisa noch kein Käufer in Sicht ist. Gerüchte besagen, dass die Rewe-Gruppe an der Filiale in Neuhof interessiert sein könnte – da bleibt es spannend!

Marktanteile und Wettbewerb

Edeka hat einen Marktanteil von etwa 30 Prozent im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Das macht sie zu einem der großen Spieler in einem hart umkämpften Markt, in dem auch die Rewe-Gruppe, Lidl und Aldi ihre Zelte aufgeschlagen haben. Diese vier Handelsgruppen erzielen zusammen mehr als 90 Prozent der bundesweiten Umsätze. Die Konkurrenz schläft nie! Und während Edeka in der Vergangenheit leicht an Marktanteilen verloren hat, wuchs der Konzern im Jahr 2025 um 2,7 Prozent. Das passt doch irgendwie ins Bild, denn die Branche wirbt zunehmend mit Preisen, was die Margen belastet.

Die Übernahme der Tegut-Filialen könnte Edeka helfen, sich besser zu positionieren. Aber die Auflagen des Bundeskartellamtes sind nicht zu unterschätzen. Edeka darf keine unzulässigen Konditionenforderungen stellen und muss darauf achten, dass die Wettbewerbsbedingungen in den betroffenen Regionen aufrechterhalten bleiben. Klingt ein bisschen nach einem Drahtseilakt, oder? Immerhin wird es auch interessant zu sehen, wie Edeka die übernommenen Märkte in den Edeka-Verbund integriert und ob einige von ihnen als Netto-Filialen weitergeführt werden.

Der Blick in die Zukunft

Die Tegut-Zentrale in Fulda wird am 31. März 2027 schließen. Das sind nicht gerade erfreuliche Nachrichten für die rund 7500 Mitarbeiter, von denen etwa 6000 im Vertrieb tätig sind. Edeka äußert sich jedoch positiv zur Übernahme. Man sieht eine klare Zukunftsperspektive für die Mitarbeiter, was ja ein kleiner Lichtblick in diesen turbulenten Zeiten ist. Aber die Frage bleibt: Wie wird sich das gesamte Marktgefüge entwickeln?

In der Branche gab es 2025 wenig Bewegung bei den Marktanteilen, und die Angleichung der Geschäftsmodelle zwischen Supermärkten und Discountern sorgt für intensiveren Wettbewerb. Man darf also gespannt sein, wie Edeka und die anderen großen Akteure auf die neuen Herausforderungen reagieren. Ob die Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle tatsächlich die Kundenbindung stärken können, bleibt abzuwarten.