Das heißeste Eisen auf Schienen: Der endlose Streit um die Bahn-Neubaustrecke zwischen Hannover und Hamburg
Die Diskussion um die umstrittene Bahn-Neubaustrecke zwischen Hannover und Hamburg zieht sich wie ein Kaugummi – und das nicht erst seit gestern. Eigentlich hätte diese Woche eine Entscheidung im Bundestag fallen sollen, doch die schwarz-rote Koalition hat ihre Pläne auf die lange Bank geschoben. Union und SPD haben beantragt, die Entscheidung zu verschieben, weil offenbar noch Redebedarf besteht. Man könnte fast meinen, das Thema ist wie ein heißes Eisen, an dem sich die Politiker nicht so recht verbrennen wollen.
Der Verkehrsausschuss sollte sich am Mittwoch und der Bundestag am Donnerstag mit dem Thema befassen. Doch die favorisierten Neubaupläne – eine neue ICE-Trasse, die Geschwindigkeiten bis zu 250 km/h ermöglichen soll – sind durch die Verschiebung erst einmal in den Hintergrund gerückt. Dabei ist die bestehende Verbindung zwischen Hannover und Hamburg eine der am stärksten belasteten Strecken Deutschlands, mit einer Auslastung von bis zu 147 Prozent. Das ist natürlich ein echtes Problem für den Fern- und Güterverkehr. Und die Reaktionen auf die Verschiebung sind alles andere als positiv. Grüne und Verkehrsclub Niedersachsen üben scharfe Kritik an der Koalition. Der Verkehrsclub sieht die CDU als Blockierer des Projekts, was die Gemüter noch mehr erhitzt.
Der lange Weg zur Neubaustrecke
Das Projekt selbst hat eine lange Vorgeschichte. Begonnen hat alles mit ersten Ideen für eine schnell befahrbare Trasse in den 1960er-Jahren. Seitdem gab es zahlreiche Planungen, aber keinen wirklichen Fortschritt. Bereits im Jahr 2016 wurde die Aus-/Neubaustrecke Hannover–Hamburg in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen. Der Planungsbeginn datiert auf Anfang 2018, und seit 2023 ist das Projekt als eigenständiges Vorhaben im Bedarfsplan verankert.
Die Vorzugsvariante sieht eine Neubaustrecke von Celle über Bergen und Soltau nach Meckelfeld vor. Bis zur endgültigen Entscheidung wird es allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Ergebnisse der Vorplanung sollen erst im Juni 2025 vorgestellt werden. Eine zügige Genehmigung könnte den Baubeginn für 2036 ermöglichen, doch die Fertigstellung ist erst für 2050 angesetzt. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund neun Milliarden Euro. Niedersachsen hat bereits Bedenken gegen den aktuellen Entwurf geäußert, und Hamburgs Verkehrssenator spricht von Enttäuschung über die Verschiebung. Ein echtes Hin und Her, wenn man bedenkt, dass die Überlastung der Bestandsstrecke immer akuter wird.
Die Rolle der Bürger und Verbände
Doch nicht nur die Politiker sind in Aufruhr. Auch Bürgerinitiativen und Verbände äußern sich kritisch zu den Neubaustrecken. Viele fordern einen schrittweisen Ausbau der Bestandsstrecken als schnellere Lösung. Schließlich bleibt abzuwarten, welche Variante letztlich Realität wird. Wer weiß, ob die pinke Variante mit geschätzten Kosten von etwa 6,7 Milliarden Euro durch die politischen Gremien kommt? Gerade die Diskussion über die Ausgestaltung des Projekts spaltet die Landes- und Bundespolitik.
Das BauInfoPortal der Deutschen Bahn könnte dabei helfen, Licht ins Dunkel zu bringen. Dort gibt es Informationen zu aktuellen und geplanten Bauprojekten in Deutschland, inklusive Fotos und Visualisierungen. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, hat die Möglichkeit, eine kostenfreie Infomail zu abonnieren, um keine Entwicklungen zu verpassen. Eine gute Idee, wenn man bedenkt, wie dynamisch sich die Situation entwickelt.
Am Ende bleibt nur zu hoffen, dass die Entscheidung bald fällt und Bewegung in die Sache kommt. Schließlich ist der Schienenverkehr ein zentraler Bestandteil für die Mobilität der Zukunft. Ein bisschen Geduld wird wohl nötig sein – aber wer weiß, vielleicht wird die Wartezeit ja doch noch belohnt.
