Heute ist der 28.10.2026, und während wir in Güterverkehrskreisen über die neuesten Entwicklungen diskutieren, bleibt ein Thema besonders drängend: die Dieselpreise. Im September 2026 haben wir einen Anstieg des Großhandelspreises für Diesel in Europa und den USA auf etwa 220 Dollar pro Barrel erlebt, während die Preise in Singapur über 200 Dollar lagen. Ist das nicht verrückt? Dieselpreise sind nach wie vor fast doppelt so teuer wie das Rohöl selbst und liegen sogar höher als vor der Krise. Das wirkt sich nicht nur auf die Autofahrer aus, sondern hat auch massive Auswirkungen auf den Güterverkehr, die Landwirtschaft, die Industrie und den internationalen Handel.

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat bereits vorgewarnt, dass die Engpässe bis 2027 anhalten könnten. Geopolitische Spannungen, Zerstörungen in russischen Raffinerien und Exportverbote sind die Hauptursachen für diese hohen Preise. Hinzu kommt die hohe Nachfrage, die durch den Lkw-Verkehr und den Heizölbedarf noch verstärkt wird. Das alles führt dazu, dass hohe Dieselkosten sich direkt auf die Warenpreise auswirken und somit das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank gefährden könnten. Wenn man darüber nachdenkt, wird einem klar, wie eng alles miteinander verknüpft ist.

Die globalen Dieselknappheiten

Aktuell ist die Situation so angespannt, dass die globalen Dieselknappheiten durch die Kriege im Iran und in der Ukraine weiter verschärft werden. Lagerbestände fallen auf historisch niedrige Niveaus, und das ist ein echtes Problem. Russland hat seine Diesel-Exporte nach Angriffen auf Raffinerien zeitweise ganz eingestellt. Wenn man bedenkt, dass die weltweiten Diesel-Exporte im September um 700.000 Barrel pro Tag unter dem Vorjahresniveau lagen, ist das alarmierend. Die Exporte aus Russland und dem Nahen Osten sind sogar um 1,3 Millionen Barrel pro Tag gesunken. Es ist kein Wunder, dass Raffinerien und Händler Diesel-Lagerverträge nicht verlängern – schlichtweg wegen mangelnder Lagerfähigkeit!

Ein weiterer Punkt, der uns alle betrifft: Der Preis für Nordseeöl stieg im September um 26 Dollar auf durchschnittlich 116,89 Dollar je Barrel. Das ist eine Preissteigerung, die nicht ignoriert werden kann. Und die IEA erwartet einen Rückgang des weltweiten Ölverbrauchs um 2,6 Millionen Barrel pro Tag in diesem Jahr, wobei Diesel zu einem Viertel des Rückgangs beiträgt. Auch die Prognosen für die weltweite Ölförderung sehen düster aus: Ein Rückgang um 5,8 Millionen Barrel pro Tag bis 2026 wird vorhergesagt. Das ist schon ein herber Schlag für die gesamte Branche.

Die Rolle der Raffinerien

Die Raffinerien stehen jetzt unter Druck. Die IEA rechnet damit, dass sie in den kommenden Monaten zwar mehr Kraftstoffe produzieren, jedoch nicht genug, um die Fehlmengen aus 2026 auszugleichen. Das ist ein echtes Dilemma! Es bleibt abzuwarten, ob die Erholung der Kraftstoffexporte aus dem Nahen Osten die Marktentwicklung entscheidend beeinflussen kann. Die G7-Staaten haben angekündigt, strategische Ölreserven schneller freizugeben, wobei Diesel Vorrang hat. Das könnte zumindest einen kleinen Lichtblick bieten.

Insgesamt ist die Dieselpreissituation zurzeit ein heißes Eisen. Die hohen Kosten belasten nicht nur die Logistikbranche, sondern auch die gesamte Wirtschaft. Wenn sich nichts ändert, könnten wir in den kommenden Monaten und Jahren vor großen Herausforderungen stehen. Es bleibt spannend, wie sich der Markt entwickeln wird und ob wir möglicherweise bald eine Wende erleben werden. Aber eines ist sicher: Wir müssen wachsam sein und uns auf alles vorbereiten.