Heute ist der 3.11.2026 und wir werfen einen Blick auf die spannende Entwicklung im Bereich der Logistik, speziell auf die wachsende Rolle von Rhenus auf der wichtigen Logistikachse zwischen China und Europa. In einem Jahr, das nicht gerade von Stabilität geprägt war, hat Rhenus dennoch seine See- und Luftfrachtverkehre zwischen diesen beiden Kontinenten ausgebaut. Das Seefrachtvolumen aus China nach Europa kletterte um beeindruckende 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das ist schon eine Hausnummer, wenn man bedenkt, dass der Markt mit schwankenden Transportkapazitäten und einer Rückgang bei der Luftfrachtnachfrage zu kämpfen hat.

Die Veränderungen in der Handels- und Zollpolitik zwischen China und der EU beeinflussen unsere internationalen Lieferketten mehr denn je. Das macht die Verbindung zwischen China und Europa zur entscheidenden Seefrachtrelation für Rhenus, wobei Europa das bedeutendste Ziel für Luftfrachtsendungen aus China bleibt. Doch es gibt nicht nur rosige Zahlen; Rhenus steht auch vor Herausforderungen wie unterschiedlich starken Warenströmen in beide Richtungen und kurzfristigen Veränderungen der verfügbaren Kapazitäten. Um diese Herausforderungen zu meistern, setzt das Unternehmen auf eine enge Zusammenarbeit zwischen seinen europäischen und chinesischen Niederlassungen sowie Reedereien.

Marktentwicklungen und Herausforderungen

Die Luftfrachtvolumen in Richtung China stiegen um etwa 20 Prozent, obwohl die allgemeine Marktnachfrage von Europa nach China um fünf Prozent gefallen ist. Interessanterweise hat sich das E-Commerce-Geschäft schwächer entwickelt; im Juli und August sanken die Luftfrachtvolumen um 28 Prozent. In dieser Gemengelage sieht Rhenus jedoch Wachstumspotenzial – insbesondere im Transport von Hightech-Produkten, einem der am schnellsten wachsenden Bereiche der Luftfracht zwischen den beiden Kontinenten.

Ein weiterer Aspekt, den die Logistikbranche im Auge behalten sollte, ist der Einfluss des Bauorts von Schiffen auf die europäischen Lieferketten. Laut dem DIW-Wochenbericht vom Juli 2026 wird die Herkunft der Tonnage zunehmend zu einem Risikofaktor, da die Handelspolitik sich mehr und mehr am Bauort orientiert. China baut über 50 Prozent der jährlich neu gebauten Handelsschiffe, während der Marktanteil der EU in den letzten 30 Jahren von 17 auf unter 3 Prozent gefallen ist. Also, wenn Sie in der Logistik tätig sind, sollten Sie vielleicht einen Blick auf Ihre Seefrachtverträge werfen und Stabilität sowie Sicherheitspuffer einplanen.

Die Rolle der Hafeninfrastruktur

Die Bedeutung der Hafeninfrastruktur kann nicht genug betont werden. Deutschland bezieht rund 90 Prozent seiner Importe aus Asien über den Seeweg. Im Jahr 2025 wurde im Containerumschlag deutscher Seehäfen ein Volumen von 15,0 Millionen TEU erreicht, davon 3,0 Millionen TEU mit China – ein Plus von 12,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das zeigt, wie wichtig die Seewege für den deutschen Handel geworden sind. Informationen zu Routen und Engpässen sind über GTAI, IHK-Organisationen und die EU-Kommission erhältlich. Wer hier nicht auf dem Laufenden bleibt, könnte schnell in eine brenzlige Lage geraten.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Schifffahrt weiterhin vor Herausforderungen steht. Der weltweite Containerverkehr hat 2022 um rund 4 Prozent abgenommen, während für 2024 eine Steigerung von 6,2 Prozent prognostiziert wird. Geopolitische Konflikte, militärische Bedrohungen und die Umsetzung von Klimazielen setzen der Branche zu. In all dem bleibt die Entwicklung in der Containerschifffahrt und die Infrastruktur von Häfen und Kanälen ein zentrales Thema, das auch im kommenden Jahr nicht an Bedeutung verlieren wird.