Die Nachricht kam wie ein Schlag ins Gesicht: Die Warenhauskette Galeria hat erneut Insolvenz angemeldet, und das hat fatale Folgen für die Logistikbranche. Am Standort Unna, wo der Logistikdienstleister Fiege tätig ist, stehen rund 1.250 Arbeitsplätze auf der Kippe. Die Mitarbeiter sind verunsichert und haben Angst um ihre Jobs – vor allem die älteren Beschäftigten, die sich Sorgen um ihre Zukunft machen. Die Unsicherheit in der Luft ist greifbar.

Fiege hat bereits Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Das bedeutet, dass die Betreibergesellschaft in Unna versucht, sich selbst zu retten, während sie gleichzeitig die Löhne und Gehälter ihrer Mitarbeiter vorläufig über Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abdecken kann. Immerhin gibt es eine Fortsetzungsvereinbarung mit Galeria bis Ende des Jahres. Aber das ist nur ein kleiner Lichtblick, denn die Frage bleibt: Wie geht es danach weiter?

Abhängigkeit von Galeria

Der Standort in Unna beliefert sämtliche 83 Galeria-Filialen in Deutschland und hat bislang keine anderen Kunden. Diese Abhängigkeit ist nicht nur riskant, sondern könnte auch die Zukunft des Standorts gefährden. Fiege hat sich bereits auf die Suche nach neuen Auftraggebern gemacht, um die eigene Situation zu stabilisieren. Wirtschaftswissenschaftler Axel Faix von der FH Dortmund äußert sich dazu: Es sei notwendig, sich unabhängig von Galeria zu machen, doch die Verhandlungsposition von Fiege sei schwierig. Ein echtes Dilemma, das viele in der Branche nachvollziehen können.

Die Lage ist nicht einzigartig. Die deutsche Transportbranche hat eine hohe Insolvenzquote, die im Jahr 2025 mit 133 Insolvenzen je 10.000 Firmen die höchste unter allen Wirtschaftsbereichen war. Ein besorgniserregender Trend, der sich auch in anderen Logistikunternehmen zeigt. Insgesamt wurden 2025 mehr als 12.600 Arbeitsplätze in der Branche verloren. Die derzeitige Situation in Unna ist damit nur ein kleiner Teil eines viel größeren Problems.

Die Suche nach neuen Wegen

Der vorläufige Insolvenzverwalter von Galeria bemüht sich, den Betrieb über das Weihnachtsgeschäft hinweg zu sichern. Doch die Frage bleibt, ob diese Anstrengungen ausreichen werden. Die Zukunft der 1.250 Arbeitsplätze in Unna hängt nicht nur von der Gewinnung neuer Kunden ab, sondern auch von einer möglichen langfristigen Zusammenarbeit mit Galeria. Die Unsicherheit bleibt. Bisher hat Fiege ausschließlich für Galeria gearbeitet, und die Mitarbeiter hoffen, dass sich die Situation bald bessert.

Die Logistikbranche hat in den letzten Jahren ohnehin mit vielen Herausforderungen zu kämpfen gehabt. Die hohen Transportkosten durch die Lkw-Maut und der Mangel an Lkw-Fahrern – über 120.000 sollen es sein – setzen den Unternehmen zu. In der Summe ist die Branche stark von Insolvenzen betroffen, und die Sorgen in Unna sind nur ein weiteres Beispiel für die fragilen Strukturen, die möglicherweise bald zusammenbrechen könnten.