Heute ist der 23.09.2026 und die Welt der Luftfahrt hat in den letzten Jahren einige turbulente Höhen und Tiefen durchlebt. Auf der einen Seite gibt es einen klaren Aufschwung – im Jahr 2025 haben weltweit 9,8 Milliarden Passagierinnen und Passagiere die Flughäfen frequentiert, ein Rekord, der die Branche aufatmen ließ. Der internationale Passagierverkehr wuchs um 6,1 Prozent, während die Luftfracht mit einem Frachtaufkommen von 131,2 Millionen Tonnen einen Höchststand erreichte. Ein echter Grund zur Freude, würde man meinen!

Doch der Schein trügt etwas. Für 2026 wird eine deutliche Abschwächung des Wachstums vorhergesagt. Im ersten Halbjahr wurden nur rund 4,7 Milliarden Fluggäste gezählt, was nur einem mageren Anstieg von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders im Nahen Osten gab es einen dramatischen Rückgang von 21 Prozent, was alles andere als erfreulich ist. Geopolitische Spannungen, Einschränkungen im Luftraum und steigende Kosten sind die Hauptursachen für diesen Rückgang. Man fragt sich, wo die Reise hingeht.

Die deutsche Luftfahrt im Aufwind

In Deutschland sieht die Lage im Jahr 2025 etwas anders aus. Hier wurde mit 207,2 Millionen Passagieren das höchste Niveau seit Corona erreicht, auch wenn das 8,6 Prozent unter dem Rekord von 2019 liegt. Besonders der Auslandsverkehr war ein Treiber des Wachstums, angeführt von Reisen in den Fernen Osten und dem Mittelmeerraum. Doch die innerdeutschen Verbindungen bleiben schwach – Bahnausbau, höhere Ticketsteuern (ja, die Luftverkehrssteuer wurde seit Mai 2024 um 25 Prozent erhöht) und die Klimadiskussion setzen dem innerdeutschen Verkehr zu.

Im Hinblick auf die Luftfracht hat Deutschland 2025 mit 4,75 Millionen Tonnen sogar die Vor-Corona-Marke übertroffen. In Frankfurt, dem wichtigsten Drehkreuz, wurden etwa 2 Millionen Tonnen abgewickelt, gefolgt von Leipzig/Halle als DHL-Drehkreuz. Der E-Commerce-Boom und die Notwendigkeit zeitkritischer Lieferungen, sei es für die Pharmaindustrie oder Autoteile, haben die Nachfrage nach Luftfracht in die Höhe getrieben. Die Verlagerung von See- auf Luftfracht aufgrund der Krisen im Suez-Kanal und Rotes Meer hat ebenfalls einen erheblichen Einfluss gehabt.

Streiks und Herausforderungen

Aber wie so oft im Leben gibt es auch Schattenseiten. Im April 2026, um genau zu sein, sank die Passagierzahl um 1,65 Millionen gegenüber dem Vorjahr – ein Rückgang von 9 Prozent. Die Streiks bei Lufthansa, die vor allem Frankfurt und München betroffen haben, sowie der Konflikt im Nahen Osten, haben hier ihren Teil dazu beigetragen. Die Geschäftsreise-Buchungen sind schwach und können die Rückgänge im privaten Reiseverkehr nicht mal ansatzweise ausgleichen.

Die Zukunft sieht zwar langfristig besser aus, doch die Herausforderungen bleiben. Branchenexperten warnen vor strukturellen Problemen: Der innerdeutsche Verkehr hat seit 2019 um 25 Prozent abgenommen, hohe Standortkosten und ein Pilotenmangel sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. Die Prognosen des BMV für 2026 deuten auf ein schwaches Wachstum von nur 1,1 Prozent hin – im Vergleich zur IATA-Weltprognose von 6 Prozent. Das ist schon ein bisschen frustrierend, um ehrlich zu sein.

Ein globaler Blick

<pWenn wir über die deutsche Luftfahrt hinausblicken, zeigt sich, dass die weltweite Luftfahrt sich bis 2025 wirtschaftlich von den Auswirkungen der Pandemie erholt hat. Die Anzahl der Flüge liegt zwar noch unter dem Wert von 2019, aber die Umsätze der Airlines haben neue Rekordwerte erreicht. Die Gewinne der Airlines übertreffen sogar die von 2019. Ein Grund dafür könnten die hohen Ticketpreise im Jahr 2024 sowie die hohe Auslastung bei Langstreckenflügen sein. Die Nachfrage nach Passagierjets ist gestiegen, während Boeing mit Produktionsproblemen zu kämpfen hat.

<pDie Luftfahrt hat also ihre Höhen und Tiefen, und während die Zahlen in einigen Bereichen glänzen, gibt es auch Herausforderungen, die nicht ignoriert werden können. Es bleibt spannend, wie sich die Lage in den kommenden Jahren entwickeln wird.