Im Herzen von Crailsheim schlägt das Logistikzentrum der Firma Bürger, ein Ort, der in diesen Tagen nicht nur für seine beeindruckenden Zahlen bekannt ist, sondern auch für seine innovative Herangehensweise an die Kühlung von Lebensmitteln. Täglich werden hier rund 295 Tonnen verpackte Teigprodukte, darunter erstaunliche 2,9 Millionen Maultaschen, eingelagert und ausgeliefert. Wer hätte gedacht, dass so viel Maultasche täglich über die Förderbänder ins Land geschickt wird? Ein wahres Fest für alle Liebhaber der schwäbischen Küche!

Das automatisierte Logistikzentrum, das 2024 eröffnet wurde, ist nicht nur ein Meisterwerk der Technik, sondern auch ein Paradebeispiel für moderne Kältetechnologie. Es umfasst ein Tiefkühlhochregallager mit 11.200 Palettenstellplätzen bei -24 Grad Celsius und ein Frischwarenlager mit 4.800 Stellplätzen bei +4 Grad Celsius. Es ist faszinierend, wie die Förderbänder die gekühlten und tiefgekühlten Waren aus der Produktion transportieren. Und die Kältezentrale? Sie versorgt nicht nur die Produktionslinien, sondern auch die Prozesskühler und Froster. Das alles dank einer dreistufigen Kältezentrale, die Ammoniak als Kältemittel nutzt.

Innovative Kältetechnologie und Abwärmenutzung

Hier ist der Clou: Nur 18 % der produzierten Kälte werden im Logistikzentrum selbst verbraucht. Der Rest? Wird clever genutzt! Die Abwärme der Verdichter wird auf gleich zwei Arten verwendet: Sie temperiert einen Solekreislauf, der für Fußbodenheizung, Warmwasserbereitung und sogar zur Abtauung genutzt wird. Und das Heißgas? Das wird über eine 1,2 Kilometer lange Leitung zum Crailsheimer Bäderkomplex geleitet. Das bedeutet, dass zwei Drittel des Wärmebedarfs des Bäderkomplexes durch die Abwärme gedeckt werden! Ein echter Gewinn für die Umwelt.

Aber das ist noch nicht alles. Die Dächer des Werkgeländes sind mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, die eine Gesamtleistung von 3 Megawatt bieten. Diese Anlagen erzeugen Strom, der ausschließlich für den Eigenbedarf genutzt wird – besonders effektiv in den sommerlichen Hitzeperioden. So wird nicht nur die Kühlung sichergestellt, sondern auch ein Beitrag zur umweltfreundlichen Energieproduktion geleistet.

Erfolgreiche Kälteprojekte in der Branche

<pEin weiteres spannendes Projekt in der Branche stammt von der SSP Kälteplaner AG, die eine moderne Kälteversorgung für die Bischofszell Nahrungsmittel AG realisiert hat. Hier wurde eine alte Kälteanlage durch eine neue Kältezentrale ersetzt, die gleich drei alte Anlagen in sich vereint. Die Planung und Realisierung dauerten vier Jahre – und das alles im laufenden Betrieb. Auch hier kam Ammoniak als Kältemittel zum Einsatz, und die Umweltfreundlichkeit sowie die Energieeffizienz wurden durch den Einsatz eines Freecooling-Systems, das im Winter Kaltwasser ohne mechanische Kälte erzeugt, weiter gesteigert.

Die neue Kälteanlage kann Tiefkühlungen bis -38 °C realisieren und hat den Energieverbrauch für die Kälteversorgung um 50 Prozent reduziert. Das ist eine echte Sensation! Außerdem wird die Abwärme der Schraubenverdichter genutzt, um Brauchwasser zu erwärmen. Ein durch und durch nachhaltiges Konzept, das zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Unternehmen ist.

Ammoniak: Der umweltfreundliche Star

Der Einsatz von Ammoniak als Kältemittel hat sich nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten Lebensmittelindustrie als äußerst vorteilhaft erwiesen. Mit einem Global Warming Potential (GWP) und einem Ozonabbau-Potenzial (ODP) von null ist Ammoniak eine umweltfreundliche Wahl. Die Systeme bieten hohe Effizienz und niedrigen Energieverbrauch, die entscheidenden Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche.

In einem weiteren Projekt, das in Zusammenarbeit mit Frascold initiiert wurde, wurden zwei NH3-Kühler mit hocheffizienten Schraubenkompressoren für eine neue Glykolproduktionsanlage geplant. Die Vorteile dieser Systeme sind nicht zu unterschätzen: Sie ermöglichen eine präzise Modulation der Kühlkapazität und tragen so zur Effizienzsteigerung bei. Das alles geschieht im Einklang mit strengen Vorschriften, die den großflächigen Einsatz von Ammoniak in neuen Anwendungsbereichen fördern.

So zeigt sich, dass die Logistikbranche in Deutschland nicht nur mit beeindruckenden Zahlen aufwarten kann, sondern auch mit einer nachhaltigen und innovativen Herangehensweise an die Herausforderungen der modernen Lebensmittelverarbeitung. Und während wir auf die nächsten großen Entwicklungen warten, bleibt nur eines zu sagen: Maultaschen und Kältetechnologie – eine köstliche Kombination!