mRNA-Revolution: Wie Moderna die Krebsbehandlung neu definiert
Die Welt der mRNA-Technologie nimmt gerade richtig Fahrt auf – und das nicht nur in der Impfstoffentwicklung, sondern auch in der Onkologie. Moderna, bekannt durch seine Impfstoffe, wandelt sich zunehmend zu einem Experten für Krebsbehandlungen. Ein spannendes Beispiel ist der therapeutische mRNA-Krebsimpfstoff Intismeran, der sich derzeit in der Phase-III-Studie INTerpath-001 befindet. Hier wird es richtig interessant: Erste positive Ergebnisse bei Melanom-Patienten lassen aufhorchen und könnten die Art und Weise, wie wir Krebserkrankungen behandeln, revolutionieren.
Die Herausforderung, die Moderna nun bewältigen muss, ist jedoch nicht die industrielle Herstellung – die läuft wie geschmiert in ihrer vollautomatisierten Produktionsanlage. Vielmehr sind es die logistischen Abläufe in den Krankenhäusern, die als primäres Nadelöhr gelten. Wenn man bedenkt, dass die individualisierte Therapieansätze erfordert, dass alles wie am Schnürchen läuft, wird schnell klar, dass hier noch Hürden zu überwinden sind. Die Arbeitsabläufe in den Kliniken müssen nahtlos miteinander verknüpft werden, damit die Therapie den Patienten auch wirklich zugutekommt.
Die Erwartungen sind hoch
Am 24. Oktober werden die Phase-3-Daten zur Melanomtherapie veröffentlicht – und die Erwartungen könnten kaum höher sein. CEO Stéphane Bancel und Entwicklungschef David Berman haben beim Healthcare Forum des Hauses Bernstein schon mal einen Vorgeschmack gegeben. Es wird spannend, denn Analysten zeigen sich zwar zurückhaltend, aber die Markterwartungen scheinen positiv. Das Risiko enttäuschender Ergebnisse schwebt jedoch wie ein Damoklesschwert über dem Kursverlauf der Moderna-Aktie, die zuletzt bei 173,76 Euro schloss – nur 1,9% unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Die Zahlen könnten weitreichende Implikationen für die Onkologie haben, insbesondere für die Anwendung bei anderen soliden Tumoren.
Die Studie umfasst 1137 Patienten mit vollständig reseziertem Melanom in den Stadien IIB bis IV. Die Patienten erhielten über ein Jahr entweder die Kombinationstherapie mit Intismeran und Pembrolizumab (Keytruda®) oder nur Keytruda. Die ersten Ergebnisse zeigen signifikante Effekte in Bezug auf das rezidivfreie Überleben und das Überleben ohne Fernmetastasen. Wow! Das lässt nicht nur die Herzen der Forscher höher schlagen, sondern könnte auch die Zukunft der Krebsbehandlung neu gestalten.
Ein Blick in die Zukunft
Die mRNA-Technologie hat durch die COVID-19-Pandemie einen enormen Schub erfahren. Unternehmen wie Moderna und Biontech haben die Möglichkeiten dieser biotechnologischen Wunderwaffe weiterentwickelt. Während die Pandemie uns in der einen oder anderen Hinsicht ganz schön zugesetzt hat, hat sie auch dazu beigetragen, dass wir heute an der Schwelle zu neuen Therapieformen stehen.
Die mRNA-Therapie hat das Potenzial, das Immunsystem gezielt auf spezifische Merkmale von Krebszellen zu trainieren. Das Ziel: Das Immunsystem soll auch kleinste Krebsreste erkennen und eliminieren. Erste Erfolge zeigen vielversprechende Ansätze, vor allem bei bis dahin als schwer behandelbar geltenden Krebsarten. Die Herausforderungen sind allerdings groß. Die Wirksamkeit und Sicherheit müssen in großen Phase-3-Studien belegt werden, und Langzeitdaten fehlen oft. Und ganz ehrlich, die Kosten für individualisierte Impfstoffe könnten über 100.000 Euro pro Jahr pro Patient betragen – das ist nicht gerade ein Schnäppchen.
Doch trotz aller Herausforderungen bleibt die Hoffnung, dass mRNA-Impfstoffe einen entscheidenden Beitrag zur Krebsbekämpfung leisten können. Die Anzeichen stehen nicht schlecht, dass wir in den nächsten Jahren noch viel von Moderna hören werden. Die kommenden Monate versprechen, spannend zu werden – und nicht nur für die Aktionäre.
