Schichtwechsel in Wemding: Gemeinsam Brücken zur Inklusion bauen
Am 24. September 2026 war es so weit: Ein ganz besonderer Aktionstag, der bundesweit unter dem Motto „Schichtwechsel“ stattfand, wurde auch in Wemding gefeiert. Die Donau-Ries-Werkstätten und Valeo haben sich zusammengetan, um ein spannendes Experiment zu wagen – Arbeitsplatztausch! Vier Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus den Donau-Ries-Werkstätten machten sich auf, um für einen Tag in die Welt von Valeo einzutauchen. Auf der anderen Seite war ein Mitarbeiter von Valeo bereit, einen Tag lang in den Donau-Ries-Werkstätten zu arbeiten. Ein echter Perspektivenwechsel!
Die Teilnehmer der Donau-Ries-Werkstätten hatten die Gelegenheit, in verschiedene Bereiche von Valeo hineinzuschnuppern. Frontkamera, Logistik, Steuerungs- und Werkzeugbau – ganz schön aufregend! Die bunten Eindrücke und neuen Erfahrungen standen ganz klar im Vordergrund. Aber nicht nur das: Ein Valeo-Mitarbeiter besuchte auch die Donau-Ries-Werkstätten und gab den Menschen dort einen Einblick in die Abläufe und Arbeitsweisen seines Unternehmens. Ziel dieser tollen Aktion? Brücken zum allgemeinen Arbeitsmarkt zu bauen und voneinander zu lernen.
Einblicke in die Arbeit der Lebenshilfe
Florian Straßer, Prokurist und besonderer Vertreter der Lebenshilfe Donau-Ries, war an diesem Tag nicht nur Zuschauer. Er hielt einen spannenden Vortrag über die wertvolle Arbeit der Lebenshilfe und die Bedeutung von Inklusion. Die Begeisterung und das Engagement, das er dabei ausstrahlte, waren einfach ansteckend. Es ist wichtig, solche Perspektiven zu teilen und die Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderungen abzubauen. Denn, seien wir ehrlich, in Deutschland leben rund 10,4 Millionen Menschen mit Behinderungen – und nur die Hälfte von ihnen hat einen Job oder eine abgeschlossene Ausbildung. Da gibt es noch viel zu tun!
Die Arbeitslosenquote von Menschen mit Behinderungen liegt bei fast 11 Prozent. Im Vergleich dazu sind es bei Menschen ohne Behinderungen nur 5,7 Prozent. Das zeigt, wie dringend wir uns um diese Themen kümmern müssen. Oft zögern Arbeitgeber, Menschen mit Behinderungen einzustellen – was in Zeiten des Fachkräftemangels wirklich als verschenktes Potenzial gilt. Ein echter Aufruf zum Handeln, würde ich sagen!
Aufklärung und Offenheit sind gefragt
Marion Winger, Reha-Beraterin, hebt die Notwendigkeit von Offenheit und Aufklärung bei Arbeitgebern hervor. Der Zugang zu Informationen ist entscheidend. Unternehmen müssen ihre Scheu ablegen und die Möglichkeiten der Integration von Menschen mit Behinderungen aktiv gestalten. Arbeitgeber können hierbei Unterstützung über den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit erhalten. Die Integration ist nicht nur eine Pflicht, sondern auch eine Chance, die Vielfalt im Unternehmen zu fördern.
Ein Beispiel, das zeigt, wie erfolgreich Inklusion sein kann, ist die Geschichte von Dariean Bahr. Nach einem Rückenmarksinfarkt fand er mit Unterstützung seines Arbeitgebers, der DACHSER SE, und der Agentur für Arbeit zurück ins Berufsleben. Er wurde in eine kaufmännische Position umgeschult – ein Schritt, der mit viel Engagement und einem klaren Fahrplan realisiert wurde. Ein solcher Integrationsprozess kann durchaus herausfordernd sein, aber die positiven Auswirkungen sind nicht zu übersehen.
Der Aktionstag „Schichtwechsel“ in Wemding ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Unternehmen und Institutionen gemeinsam an einem Strang ziehen können, um Inklusion zu fördern und Vorurteile abzubauen. Lassen wir uns von diesem Engagement inspirieren und die Chancen nutzen, die sich uns bieten!
