Der Schienengüterverkehr in Europa – eine echte Herausforderung! Vor allem der Einzelwagenverkehr (EWV) hat es derzeit nicht leicht. Laut dem Fraunhofer IML gibt es einen wachsenden Bedarf an flexiblen und wirtschaftlichen Transportlösungen, insbesondere für kleinere Sendungsgrößen. Um dem gerecht zu werden, wurde die Plattform „Rail Capacity Broker“ ins Leben gerufen. Diese innovative Lösung entstand aus einer Kooperation zwischen dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, der Rail-Flow GmbH und Captrain Deutschland. Ziel? Anbieter und Kundschaft im Schienengüterverkehr zusammenzubringen und einen echten Mehrwert zu schaffen.

Die „Rail Capacity Broker“-Plattform bündelt freie Kapazitäten bestehender Verkehre in einem virtuellen Netzwerk und ermittelt die optimalen Transport-Routen. Verladende können so ganz unkompliziert auf geeignete Transportoptionen zugreifen. Ein zentrales Problem im Schienengüterverkehr war bislang das Fehlen eines flächendeckenden Netzes, das den Überblick über verfügbare Kapazitäten und Kombinationsmöglichkeiten erschwert hat. Dank dieser Plattform wird das jetzt anders!

Die digitale Revolution im Einzelwagenverkehr

Was genau macht der Rail Capacity Broker? Nun, er ist eine digitale Plattform speziell für die Kapazitätsvermittlung im Einzelwagenverkehr und Wagengruppenverkehre. Anbieter haben die Möglichkeit, ihre Kapazitäten und Kompetenzen zu erfassen – dazu gehören Fahrpläne, Laufwege mit Zwischenhalten, freie Längen- und Gewichtskapazitäten, Preisangaben und sogar spezifische Wagengattungen sowie Gutarten. Das Ganze wird dann in ein strukturiertes Datenmodell integriert, was es für alle Beteiligten einfacher macht.

Die Nachfrager geben ihren spezifischen Transportbedarf über eine Suchmaske ein, die eine Vielzahl von Parametern umfasst. Dazu zählen Versand- und Empfangsort, Wagenparameter, Gutdaten, Gewicht, Länge und sogar zeitliche Restriktionen. Der dazugehörige Algorithmus vergleicht den Bedarf mit Kapazitätsdaten aus verschiedenen EVU-Netzwerken und berücksichtigt dabei alles – von freien Kapazitäten über maximale Laufzeiten bis hin zu technischen Restriktionen. Wenn alles passt, wird die Transportanfrage an ein Lead-EVU gesendet, das als zentraler Ansprechpartner fungiert.

Ein Netzwerk für die Zukunft

Das Lead-EVU organisiert dann weitere Partner-EVU und integriert diese in die Transportkette. Anbieter prüfen die Machbarkeit, konkretisieren die Abläufe und legen kommerzielle Angebote vor. Am Ende erhält der Nachfrager ein konsolidiertes Angebot vom Lead-EVU. Der Rail Capacity Broker bleibt dabei ein neutraler Vermittler – die Transportverträge werden direkt zwischen Nachfrager und Anbieter geschlossen. Die Kontaktaufnahme wird durch eine Chatfunktion unterstützt, was die Abstimmung zwischen den Parteien erleichtert. So wird der gesamte Prozess transparent und effizient.

Doch das ist noch nicht alles. Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind, bieten ergänzende Leistungen, die entlang der gesamten Transportkette unterstützen. Von Ganzzügen über Wagengruppen und Einzelwagen bis hin zu Spot-Verkehren – hier gibt es kaum Limits. Außerdem werden diverse Wagendienstleistungen angeboten, sei es die Vermietung, das Schadwagenmanagement oder Fleet Services. Gerade die Expertise im Gefahrguttransport, insbesondere für Chemie- und Energietransporte, stellt sicher, dass alles sicher und zuverlässig von A nach B kommt.

Mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Bahnspedition und dem direkten Zugang zur größten Güterwagenflotte in Europa werden die Herausforderungen im Schienengüterverkehr immer besser bewältigt. Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Waggonvermietern und Haltern, sowie die Entwicklung von Poollösungen, insbesondere für Gas- und Mineralöltransporte, zeigt, wie dynamisch und anpassungsfähig der Markt ist. Der Zugang zur Schiene wird flexibler, effizienter und wirtschaftlicher – ein echter Fortschritt für alle Beteiligten.