Sicherheit in der Logistik: Warum Technik allein nicht ausreicht
In der Welt der Logistik wird es immer herausfordernder, die Sicherheit von Transporten zu gewährleisten. Thorsten Neumann, NATO-Zivilexperte für Cyberbedrohungen und TAPA EMEA-Experte, lässt keinen Zweifel daran, dass die Gleichsetzung von Sicherheit mit reiner Technik ein Trugschluss ist. Klar, Technologien wie GPS und das Internet der Dinge (IoT) heben das Sicherheitsniveau an, aber eine hundertprozentige Sicherheit? Die bleibt ein Traum. Um resilienter zu werden, müssen Unternehmen vor allem auf klare Sicherheitsprozesse setzen und ihre Mitarbeitenden entsprechend schulen. Nur so können Risiken rechtzeitig erkannt und minimiert werden.
Ein ganz anderer Aspekt der Sicherheitslage sind die kriminellen Machenschaften, die im Hintergrund ablaufen. Organisierte Gruppen nutzen moderne Technologien, um gezielt Warenströme zu identifizieren und Gelegenheitsdiebstähle zu begehen. Dabei sind sie oft cleverer, als man denkt! Social Engineering wird ebenfalls eingesetzt, um betrügerische Transportaufträge zu generieren. Dies alles zeigt, dass Unternehmen sich nicht allein auf technische Lösungen verlassen dürfen. Sicherheitssoftware und -prozesse müssen ernst genommen werden, um das Vertrauen der Kunden nicht zu verspielen.
Sicherheitsstandards als Lösung
Hier kommen die TAPA-Standards ins Spiel. Diese bieten einen konkreten Rahmen, um die Sicherheitsniveaus in der Branche zu verbessern. Über 400 Experten überarbeiten die Facility Security Requirements (FSR) und Trucking Security Requirements (TSR) alle drei Jahre. Sie basieren auf den neuesten Technologien und Risikozahlen aus dem Incident Information Service (IIS). Das Control Board prüft die Standards auf Fehler und Ungenauigkeiten – ein echter Rundum-Service, könnte man sagen!
Die TAPA-Standards sind nicht nur theoretisch; sie betonen die Balance zwischen Technik und menschlichem Engagement. Schulungen und Policies sind essenziell, um Risiken in der Supply Chain zu reduzieren. Besonders wichtig ist der FSR-Standard, der eine Multi-Site-Zertifizierung für Unternehmen mit mehreren Standorten ermöglicht. Und der TSR-Standard? Der berücksichtigt alles von Last-Mile-Deliveries bis hin zu multimodalen Transporten. Das zeigt, wie vielfältig die Herausforderungen in der Logistik sind und wie wichtig es ist, verschiedene Aspekte zu berücksichtigen.
Parkplatzsicherheit im Fokus
Ein oft übersehener Punkt sind sichere LKW-Parkplätze. Überfälle geschehen häufig, wenn LKWs ruhen – ein Umstand, den viele nicht auf dem Schirm haben. TAPA hat mit dem Parking Security Requirements (PSR)-Programm ein wichtiges Instrument geschaffen, um diese Sicherheitslücke zu schließen. Der Zuspruch ist groß, aber die Umsetzung kann für Parkplatzbetreiber eine Herausforderung darstellen – die Margen sind oft einfach zu niedrig. Hier haben Teams mit Ambassadors die Aufgabe übernommen, den Parkplatzbetreibern die Bedeutung des PSR-Standards näherzubringen.
Die Zahlen sprechen für sich: Unternehmen, die die TAPA-Standards implementiert haben, konnten ihre Verlustzahlen um bis zu 80 Prozent senken! Die Zertifizierungsaudits, die sicherheitsrelevante Bereiche nach festgelegten Kriterien bewerten, sorgen für eine transparente Nachverfolgbarkeit. Und die Zertifikate gelten drei Jahre – eine echte Investition in die Zukunft.
Die Rolle der kleinen und mittleren Unternehmen
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind das Rückgrat der Lieferketten. Sie müssen jedoch oft mit wenig Unterstützung zurechtkommen, um die erforderlichen Sicherheitsstandards zu erfüllen. Neumann empfiehlt, TAPA EMEA beizutreten, um Zugang zu Informationen und Sicherheitslösungen zu erhalten. Die Standards bieten nicht nur einen einheitlichen Satz von Sicherheitsanforderungen, sondern helfen auch, bekannte Risiken zu managen und die Verlustexposition zu reduzieren. Ein wichtiger Schritt, um Vermögenswerte zu schützen und die Sicherheit von Personen zu verbessern!
Und das ist noch nicht alles: TAPA EMEA hat kürzlich einen neuen Cyber Security Standard eingeführt, der speziell dazu dient, auf die zunehmenden Bedrohungen im digitalen Raum zu reagieren. Diese Standards werden regelmäßig überprüft, um neuen Bedrohungen gerecht zu werden. Die Zahl der TAPA EMEA-Zertifizierungen in der Region steigt seit der Covid-Pandemie jährlich an, was zeigt, dass die Branche erkannt hat, wie wichtig es ist, Sicherheitsstandards zu haben und zu befolgen.
