Hoffnung auf Rädern: Die humanitäre Mission von Flamur Bajraktari für die Ukraine
Ein dunkelblauer Lastwagen mit dem Länderkennzeichen „UA“ rollt auf den Hof der Spedition Flamur in Frankfurt-Griesheim. Der Fahrer, ein junger Mann, hat eine dreitägige Reise hinter sich, die ihn durch endlose Wartezeiten an der Grenze und häufige Luftalarm-Meldungen begleitete. Zweimal im Monat macht er sich auf den Weg von der Ukraine nach Westeuropa, oft nach Deutschland. Dieses Mal ist sein Lastwagen mit ausrangierten Büromöbeln beladen, die nach Lemberg in die Ukraine transportiert werden sollen – und das aus einem ganz besonderen Grund.
Die Möbel sind für das Krankenhaus „Unbroken“, ein Rehabilitationszentrum für verwundete Soldaten und Zivilisten. Dringend benötigt werden Beistelltische, Schränke und Bürostühle, um den Patienten ein würdiges Umfeld zu bieten. Flamur Bajraktari, der Inhaber der Spedition und selbst ein ehemaliger Flüchtling aus dem Kosovo, hat die Möbel von einer Bank erworben, die umgezogen ist. Großzügig spendet er einen Großteil davon für den guten Zweck. Es ist einfach beeindruckend, wie viel Menschlichkeit und Mitgefühl er in seine Arbeit einfließen lässt.
Eine Initiative für die Ukraine
Die Initiative „Frankfurt for Ukraine“ koordiniert die Ukrainehilfe in Frankfurt und Flamur hat bereits stolze 181 Transporte in die Ukraine organisiert, darunter auch kleinere Touren und rund 40 Vierzigtonner. Doch die Situation ist angespannt. Vor zwei Wochen brach ein Feuer im Lager der Ukrainehilfe in Dornbusch aus – und der Staatsschutz ermittelt wegen Brandstiftung. Ein herber Verlust, denn das Lager war nicht nur Sammelplatz, sondern auch Anlaufstelle für viele Helfer. Jetzt sucht die Stadt nach neuen Räumen für die Ukrainehilfe.
Taras Zholubak, der Leiter des ukrainischen Generalkonsulats in Frankfurt, äußert sich besorgt über den Brandanschlag. Dennoch sieht er auch die Solidarität der Menschen, die sich unermüdlich für die Ukraine einsetzen. Inmitten all der Herausforderungen ist der kommende Winter ein großes Sorgenkind. Die Prognosen deuten darauf hin, dass die Unterstützung mehr denn je benötigt wird. Millionenschwere Hilfsgüter sind gefragt, um die Menschen in der Ukraine, die unter unvorstellbaren Bedingungen leben, zu unterstützen.
Die Dringlichkeit der Hilfe
Die humanitäre Lage in der Ukraine ist dramatisch. Seit Beginn des Krieges am 24. Februar 2022 haben sich die Lebensumstände der Menschen drastisch verändert. Laut den Vereinten Nationen benötigen mittlerweile über 12,7 Millionen Menschen humanitäre Hilfe. Die Zahl hat sich mehr als vervierfacht! Es ist schockierend, dass rund 9,6 Millionen Menschen ihr Zuhause verlassen mussten. Die Infrastruktur ist stark beschädigt, und die ständigen Angriffe auf die Energieversorgung machen das Leben in den betroffenen Regionen zur Hölle.
Schulen, Gesundheitseinrichtungen, Wohnhäuser – nichts bleibt unberührt. Auch die Straßen und Brücken sind Ziele von Angriffen. Im Winter müssen Millionen ohne Wasser, Gas und Heizung auskommen. Die Not wird immer drängender, und alles, was den Brand überstanden hat, soll nun mit Autos und kleinen Transportern in die Ukraine gebracht werden. Es ist ergreifend zu sehen, wie Städte im Rhein-Main-Gebiet zusammenkommen, um zu helfen. Rüsselsheim etwa schickt ein altes Feuerwehrauto in die Ukraine. Ein kleiner Lichtblick inmitten all der Dunkelheit.
Die Menschen in der Ukraine brauchen jeden Tag unsere Unterstützung. Es ist eine gemeinsame Aufgabe, die uns alle betrifft. Jeder Beitrag zählt, und die Solidarität der Menschen zeigt, dass wir nicht allein sind. So stehen wir zusammen, egal woher wir kommen.
