Matilde Cordero: Von Kolumbien nach Fulda – Ein Weg zur Fachkraft im Herzen Deutschlands
Die Stadt Fulda hat ein Problem, das vielen Regionen in Deutschland bekannt ist: Der Fachkräftemangel. In verschiedenen Bereichen — egal ob Handwerk, Pflege oder Logistik — fehlen die nötigen Hände, um den Betrieb am Laufen zu halten. Doch es gibt Hoffnung! Das Projekt „WeltRaum“ von antonius hat sich auf die Fahnen geschrieben, diesem Missstand entgegenzuwirken. Hier werden internationale Talente gesucht und gefördert, um die Lücken zu füllen.
Ein strahlendes Beispiel dafür ist Matilde Cordero. Die 21-jährige Kolumbianerin begann ihre Reise nach Deutschland zunächst über ein Au-pair-Programm. Nach einer Weile entschied sie sich für einen Freiwilligendienst bei antonius, wo sie Jugendlichen mit Förderbedarf an der Arbeitsschule Startbahn unter die Arme griff. Während dieser Zeit kam sie in Kontakt mit der WeltRaum-Initiative, die ihr bei der Integration in Fulda half. Wohnmöglichkeiten in einer internationalen Wohngemeinschaft und kostenloser Deutschunterricht waren nur einige der Angebote, die sie unterstützten.
Ein neuer Weg für Matilde
Doch Matilde war sich unsicher, ob ihr Weg im sozialen Bereich der richtige für sie war. Die Frage nach der Zukunft nagte an ihr. Sie wollte mehr — eine kaufmännische Ausbildung sollte es sein! Glücklicherweise fand sie mit Manuela Kruse von WeltRaum eine Mentorin, die sie tatkräftig bei ihrer Bewerbung unterstützte. Und siehe da: Matilde erhielt einen Ausbildungsplatz zur Speditionskauffrau bei der John Spedition GmbH, den sie am 1. August 2026 antreten wird.
Barbara Siegmann, Personalmanagerin bei John Spedition, unterstreicht die Bedeutung internationaler Nachwuchskräfte für die Region. Die Notwendigkeit, junge Menschen aus dem Ausland zu gewinnen, wird immer drängender, besonders in einer Zeit, in der Deutschland die Fachkräftestrategie der Bundesregierung umsetzt. Diese Strategie zielt darauf ab, eine zeitgemäße Ausbildung und gezielte Weiterbildung zu fördern, um den steigenden Bedarf an Fachkräften zu decken.
Fachkräfte gewinnen und integrieren
Die Bundesregierung hat erkannt, dass gezielte Einwanderung qualifizierter Personen notwendig ist. Im Jahr 2024 trat das Gesetz zur Weiterentwicklung der Fachkräfteeinwanderung in Kraft, das neue Möglichkeiten für akademische und berufliche Ausbildung eröffnet. Berufliche Qualifikationen stehen dabei im Mittelpunkt. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) spielt eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung der deutschen Berufsausbildung und unterstützt die Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Seit 2012 gibt es das Anerkennungsgesetz, das es erleichtert, ausländische Berufsqualifikationen in Deutschland anerkennen zu lassen.
Das BIBB informiert über die rechtlichen Rahmenbedingungen, während Initiativen wie iMOVE die deutsche Wirtschaft mit international aktiven Bildungsanbietern vernetzen, um Fachkräfte zu gewinnen. Junge Migrant*innen, die oft ohne berufliche Erfahrung in Deutschland ankommen, haben die Möglichkeit, eine Berufsausbildung unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus zu beginnen. Das ist ein Lichtblick, denn es zeigt, dass es nicht nur um die Anerkennung von Abschlüssen geht, sondern auch um die Integration in den Arbeitsmarkt.
Ein Blick in die Zukunft
Matilde hat sich inzwischen in Fulda eingelebt. Gemeinsam mit ihrem Freund hat sie eine eigene Wohnung in der Innenstadt bezogen, unterstützt von antonius. Ihre Pläne gehen über die Ausbildung hinaus: Sie möchte sich weiter qualifizieren und eine Festanstellung anstreben. Die Unterstützung durch WeltRaum und die Chance, Teil der Spedition John zu werden, geben ihr den Antrieb, ihre Träume zu verwirklichen.
Es ist ein faszinierendes Zusammenspiel von individueller Schicksalsgeschichte und den größeren gesellschaftlichen Herausforderungen. Denn die Fachkräftestrategie der Bundesregierung, die seit 2020 mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz eine rechtliche Grundlage für Migration und Arbeit schafft, zielt darauf ab, die qualifizierte Einwanderung zu erhöhen und Fachkräfteengpässe zu bekämpfen. Es bleibt spannend, wie sich dieser Prozess weiterentwickeln wird und welche neuen Talente wie Matilde die deutsche Wirtschaft bereichern werden.
