Aldi in Aligse: Logistikzentrum mit Potential oder Lärmgefahr für Anwohner?
Die Stadt Lehrte steht vor einem bedeutenden Wandel! Aldi plant die Erweiterung seines Logistikzentrums an der Westtangente in Aligse. Am 8. Oktober 2026 wird der Ortsrat Aligse-Kolshorn-Röddensen über dieses Vorhaben beraten. Geplant ist eine Vergrößerung des bestehenden Kühlhauslagers sowie der Neubau eines Tiefkühllagers. Insgesamt sollen im nördlichen Bereich des Bestandsgebäudes 1.800 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche entstehen. Ein ganz schöner Batzen, oder?
Besonders bemerkenswert ist, dass für diese Erweiterung kein neues Bebauungsplanverfahren erforderlich ist. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan Nr. 02/17, der die „Erweiterung“ des Gewerbegebiets Lehrte-Nord 3 umfasst, wurde bereits am 21. Juli 2021 beschlossen. Am 5. Dezember 2024 wurde er dann bekanntgemacht. Das bedeutet, dass Aldi im Rahmen des bestehenden B-Plans agiert. Dennoch ist ein Nachtrag zum Durchführungsvertrag zwischen der Stadt Lehrte und Aldi notwendig, um die Genehmigungsfähigkeit sicherzustellen.
Verkehrsbelastung und Lärmschutz
Die Ingenieurgemeinschaft Dr.-Ing. Schubert hat ein Gutachten erstellt, das besagt, dass nach der Erweiterung bis zu 1.240 Fahrzeuge pro Tag über die Zufahrt Am Schwarzen Kamp fahren könnten, darunter 662 LKW. Diese Zahlen liegen unter dem Worst-Case-Szenario von 1.500 Kfz pro Tag, das im ursprünglichen Bebauungsplanverfahren ermittelt wurde. Die Lärmimmissionswerte des bestehenden B-Plans werden auch nach der Erweiterung eingehalten, was beruhigend klingt. Aber es gibt auch eine Begrenzung im Durchführungsvertrag: Maximal 40 zusätzliche LKW-Fahrten pro Tag auf der B443 durch Aligse und Röddensen.
Aldi verpflichtet sich, spätestens sechs Monate nach Vertragsabschluss die benötigten Bauantragsunterlagen einzureichen, und die Fertigstellung soll spätestens 36 Monate nach Erteilung der ersten Baugenehmigung erfolgen. Alle Kosten trägt die Vorhabenträgerin.
Doch das ist noch nicht alles! Aldi plant, sein Zentrallager in Lehrte-Sievershausen durch ein neues Logistikzentrum in Aligse zu ersetzen. Die landwirtschaftliche Fläche von 170.000 m² im Gewerbegebiet Lehrte-Nord 3 wird dabei umgewandelt, was höhere Lärmemissionen und einen 24-Stunden-Betrieb an sieben Tagen in der Woche erlaubt. Die erste Wohnbebauung in Aligse ist nur 300 Meter vom geplanten Industriegebiet entfernt, was einige Anwohner besorgt. Die bereits bestehende Verkehrsüberlastung im Stadtgebiet und den umliegenden Ortschaften könnte durch die neuen Bauprojekte weiter verschärft werden.
Zukunftsperspektiven
Die Pläne für das neue Logistikzentrum sehen eine Hallenfläche von etwa 70.000 m² vor – das ist größer als der Aligser Ortskern! Die Halle darf eine Höhe von bis zu 17,5 m erreichen und hat eine Länge von 327 m sowie eine Breite von bis zu 154 m. Bisher liegen nur die Pläne für den ersten Bauabschnitt vor, doch weitere Ausbaustufen sind in Sicht, die zusätzliche Ladeplätze und mehr LKW-Verkehr mit sich bringen könnten.
Ein weiterer Punkt, der nicht unerwähnt bleiben sollte: Der Verein für Dorferhaltung und Umweltschutz e.V. fordert, die Umwandlung des Gewerbegebiets in ein Industriegebiet rückgängig zu machen. Bedenken hinsichtlich des Lärms und der Emissionen sind laut den Immissionsrichtwerten nach TA Lärm nicht unbegründet. In Industriegebieten sind die Lärmgrenzen tagsüber und nachts bei 70 dB(A), während in Gewerbegebieten tagsüber 65 dB(A) und nachts 50 dB(A) erlaubt sind. Das könnte für die Anwohner durchaus eine Herausforderung darstellen, vor allem wenn man bedenkt, dass ein einziger Lkw-Anfahrvorgang in Mischgebieten den kritischen Schwellenwert von 55 dB(A) überschreiten kann.
Es bleibt spannend! Die Entwicklungen rund um das Aldi Logistikzentrum in Aligse werden sicherlich noch für einige Diskussionen sorgen. Die Frage ist: Wie werden die Anwohner und die Stadt Lehrte mit den Veränderungen umgehen? Eins steht fest: Die Zukunft der Logistik in dieser Region steht auf der Kippe!
