Heute ist der 29.10.2026 und während die Blätter draußen fallen und die Kälte sich langsam aber sicher breitmacht, gibt es in der Welt der Logistik einiges zu berichten – insbesondere wenn es um digitale Frachtbriefe geht. Ein Thema, das nicht nur im deutschen Raum für Gesprächsstoff sorgt, sondern auch international auf der Agenda steht. Die Umfrage von Bitkom Research, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt wurde, hat spannende Einblicke in die Nutzung digitaler Frachtbriefe unter 502 Logistikunternehmen in Deutschland mit mindestens 20 Beschäftigten gegeben.

Ein Blick auf die Zahlen: Ganze 76 Prozent der befragten Unternehmen setzen elektronische frachtbegleitende Dokumente wenigstens teilweise ein. Das klingt nach einem Fortschritt, oder? Allerdings zeigen die Ergebnisse auch, dass vollständig digitale Prozesse in der Branche noch die Ausnahme sind. Lediglich 7 Prozent der Unternehmen arbeiten ausschließlich papierlos mit Frachtbriefen. Ein weiteres Drittel, konkret 32 Prozent, nutzt überwiegend digitale Dokumente, während 37 Prozent von sporadischem Einsatz sprechen. Und da gibt es noch die 22 Prozent, die ganz auf die digitalen Frachtbriefe verzichten. Ganz schön durchwachsen, das Bild! Allerdings haben 13 Prozent der Firmen konkrete Pläne, in naher Zukunft digitale Frachtbriefe einzuführen – ein Lichtblick!

Die Herausforderungen der Digitalisierung

Die Umfrage hat auch sehr interessante Herausforderungen ans Licht gebracht. 54 Prozent der Unternehmen sprechen sich für eine verpflichtende Nutzung digitaler Frachtbriefe aus – ein Anstieg von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das zeigt, dass der Wunsch nach einer Standardisierung und Vereinheitlichung in der Branche wächst. Aber hier beginnt das Dilemma: 45 Prozent der Befragten klagen über das Fehlen einheitlicher Standards. Das ist, als würde man versuchen, ein Puzzle zusammenzusetzen, bei dem die Teile nicht zusammenpassen. Hinzu kommt, dass 33 Prozent der Unternehmen fehlende Akzeptanz bei Zollmitarbeitenden als großes Hindernis sehen. Auch die Fahrer scheinen eine gewisse Skepsis zu zeigen – 32 Prozent der Befragten nennen dies als Problem.

Die Umfrage fand zwischen Kalenderwoche 26 und Kalenderwoche 31 dieses Jahres statt und ist repräsentativ für die Branche. Das zeigt, dass die Digitalisierung, obwohl sie auf dem Vormarsch ist, noch einen langen Weg vor sich hat. Und das ist nicht nur ein deutsches Phänomen. Der internationale Straßengüterverkehr hat mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen, die durch manuelle Tätigkeiten und papierbasierte Frachtbriefe verursacht werden. Der CMR, der 1956 eingeführt wurde, ist nach wie vor papierbasiert und stellt die Logistikbranche vor immense administrative Aufwände.

Ein neuer Ansatz: eCMR

Hier kommt der eCMR ins Spiel, ein Konzept, das von Forschenden des Fraunhofer IML entwickelt wurde. Dieser digitale Frachtbrief könnte als neuer De-Facto-Standard im grenzüberschreitenden Gütertransport dienen. Mit ihm sollen die Authentizität und Integrität der Transportinformationen durch digitale Signaturen und die Verwendung von Blockchain-Technologie gewährleistet werden. Das klingt alles sehr vielversprechend! Die Implementierung des eCMR berücksichtigt bestehende Standards wie UN/CEFACT und die CMR-Vorlage der IRU. Das könnte der Schlüssel sein, um die Branche endlich ins digitale Zeitalter zu katapultieren.

Die Weiterentwicklung des eCMR erfolgt in der Working Group der Open Logistics Foundation. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die digitale Transformation in der Logistik entwickeln wird. Und während wir auf eine zukunftsfähige Lösung hoffen, bleibt die Frage: Wie lange wird es noch dauern, bis die Unternehmen vollständig auf digitale Frachtbriefe umsteigen? Die Zeit wird es zeigen!