In Mecklenburg-Vorpommern hat die Polizei derzeit alle Hände voll zu tun. Eine landesweite Kontrollaktion, die bis Ende November läuft, nimmt sich dem Überholverhalten im Straßenverkehr an. Ja, richtig gehört! Es geht um mehr Sicherheit auf unseren Straßen, insbesondere für Lkw und Busse. Im vergangenen Jahr gab es über 1.100 Unfälle, die durch Überholfehler verursacht wurden. Das ist eine erschreckende Zahl, die uns alle betrifft – bei diesen Unfällen verloren neun Menschen ihr Leben, 66 wurden schwer und 189 leicht verletzt. Keine schönen Statistiken, oder? Doch die Polizei ist entschlossen, das zu ändern. Es wird nicht nur kontrolliert, ob der Mindestabstand von 1,50 Metern zu Radfahrenden eingehalten wird, sondern auch, wo und wie Überholmanöver durchgeführt werden.

Diese Kontrollen sind Teil der Kampagne „Fahren.Ankommen.LEBEN!“, die eine klare Botschaft sendet: Verkehrssicherheit ist kein Zufall, sondern das Ergebnis verantwortungsvoller Fahrweise. Und um das Ganze noch effektiver zu gestalten, gibt es auch einen zweiten Schwerpunkt – den gewerblichen Personen- und Güterverkehr. Schließlich transportieren Lkw den Großteil der Güter in dieser Region, und die Bedeutung von öffentlichen Verkehrsmitteln für die Beförderung von Fahrgästen kann nicht genug betont werden. Die Polizei führt ihre Kontrollen sowohl stationär als auch mobil durch – das bedeutet, dass acht Polizeiinspektionen der Präsidien Neubrandenburg und Rostock im Einsatz sind, um die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen.

Die Vision Zero: Ein ambitioniertes Ziel

Die langfristige Vision der Polizei von Mecklenburg-Vorpommern ist klar: „Vision Zero“ – kein Verkehrstoter mehr! Ein Ziel, das nicht nur regional, sondern auch national verfolgt wird. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) hat zahlreiche Kampagnen ins Leben gerufen, um die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen und Straßenverkehrsunfälle zu reduzieren. Hierzu zählen Initiativen wie „komm gut an“, „Runter vom Gas“ und „Sicher unterwegs mit dem Pedelec“. Das Ziel dieser Kampagnen ist es, Bewusstsein zu schaffen und Verhaltensänderungen zu fördern. Es gibt also eine Menge an Maßnahmen, die darauf abzielen, dass wir alle sicherer unterwegs sind.

Ein Blick auf die Zahlen: Im Jahr 2025 starben in Deutschland 2.832 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen. Ein Anstieg von 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das lässt einem schon das Herz schwer werden. Doch im Vergleich zu 2019, vor der Covid-19-Pandemie, liegt die Zahl der Getöteten um 7 Prozent niedriger. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur verfolgt das Ziel der „Vision Zero“ und betrachtet Verkehrssicherheit als gesamtgesellschaftliches Anliegen. Die Zusammenarbeit von Staat und Gesellschaft ist entscheidend, um dieses Ziel zu erreichen.

Um die Präventionsmaßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zu unterstützen, stellt der Bund jedes Jahr etwa 15 Millionen Euro zur Verfügung. Diese finanziellen Mittel fließen in verschiedene Projekte und Kampagnen, die darauf abzielen, die Sicherheit im Straßenverkehr zu verbessern. Informationen dazu finden sich in der „Förderrichtlinie für Aufklärungsmaßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit“. Es bleibt also spannend, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Es ist klar, dass wir alle unseren Teil dazu beitragen müssen, um sicher auf den Straßen unterwegs zu sein – und das beginnt schon bei uns selbst.