Heute ist der 24.09.2026 und Hamburg steht ganz im Zeichen der zivil-militärischen Übung „Red Storm Charlie“. Von Donnerstag bis Samstag, also bis zum 26. September, nehmen rund 500 Soldatinnen und Soldaten sowie eine Vielzahl an zivilen Akteuren an dieser groß angelegten Übung teil. Hierbei arbeiten die Bundeswehr, Hamburger Behörden, Hilfsorganisationen und Unternehmen Hand in Hand. Ein echtes Spektakel, das unter der Leitung des Landeskommandos Hamburg organisiert wird!

Die Übung ist nicht nur eine beeindruckende Demonstration militärischer Fähigkeiten, sondern auch eine wichtige Gelegenheit, um die zivil-militärische Zusammenarbeit zu stärken. Geübt werden verschiedene Szenarien, die im Ernstfall entscheidend sein können: Stromausfälle, Chemieunfälle und die Versorgung vieler Verletzter. Dabei kommt es auch zu militärischen Fahrzeugbewegungen sowie Hubschrauberflügen, die durch die Stadt zu hören sein werden. Wer also am Donnerstag in den Abendstunden in Hamburg unterwegs ist, sollte sich auf erhöhten Fluglärm einstellen – immerhin sind zwei NH90 und ein „Super Puma“ im Einsatz!

Kooperation auf mehreren Ebenen

Der Fokus der Übung liegt vor allem auf dem Transport von Truppen und Material in Richtung Osten, was für die Verbesserung der Abläufe in einem möglichen Spannungs- oder Verteidigungsfall von großer Bedeutung ist. Rund 60 Organisationen, darunter Polizei, Feuerwehr, das Technische Hilfswerk sowie der Hamburger Flughafen und die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), sind beteiligt. Diese Zusammenarbeit ist ein klares Zeichen dafür, wie wichtig es ist, dass zivile und militärische Strukturen effektiv kooperieren.

Die Übung findet bereits zum dritten Mal in Folge statt; die Vorjahresübungen trugen die Namen „Red Storm Alpha“ und „Red Storm Bravo“. Man kann also sagen, dass die Hamburger Bürgerinnen und Bürger bereits wissen, was sie erwartet – und das ist nicht immer nur positiv. Am Samstag, während die Übung in vollem Gange ist, hat das Bündnis „Kein NATO Hafen“ eine Demonstration unter dem Motto „Nein zum Kriegsmanöver Red Storm Charlie – Ja zu sozialem Fortschritt!“ organisiert. Der Protestmarsch startet um 14 Uhr am Jungfernstieg und führt durch die Innenstadt zu den Landungsbrücken.

Beteiligung und Rückfragen

Die Anwohnerinnen und Anwohner werden um Verständnis für die Übungen gebeten. Ein Bürgerservice der Bundeswehr steht bereit, um Rückfragen und Beschwerden entgegenzunehmen – die Telefonnummer lautet 0800-8620730, und auch per E-Mail kann Kontakt aufgenommen werden. Diese Möglichkeit, sich zu äußern, ist wichtig, denn nicht jeder freut sich über militärische Aktivitäten in der eigenen Nachbarschaft. Auch die geplanten Hubschraubereinsätze werden nicht ohne Geräuschkulisse ablaufen, was für manche sicherlich ein gewisses Ärgernis darstellen könnte.

Die zivil-militärische Zusammenarbeit ist in Deutschland durch verschiedene Rechtsgrundlagen wie Artikel 35 des Grundgesetzes und das Zivilschutzgesetz geregelt. Diese Rahmenbedingungen gewährleisten, dass im Ernstfall eine koordinierte und effektive Hilfeleistung erfolgen kann. Die Bundeswehr hat hier einen eigenständigen Aufgabenbereich, der nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch bei Auslandseinsätzen von Bedeutung ist. Es ist bemerkenswert, wie diese Zusammenarbeit zwischen militärischen und zivilen Akteuren im besten Fall reibungslos funktionieren kann.

Bis zum kommenden Jahr sind bereits weitere Übungen geplant. Und wer weiß, vielleicht wird „Red Storm Charlie“ in der Zukunft auch eine neue, positive Bedeutung erhalten. Sicherlich bleibt es spannend zu beobachten, wie sich die Dynamik zwischen zivilen und militärischen Strukturen weiterentwickelt.