Am 18. September 2026, in einem kleinen, aber lebhaften Veranstaltungszentrum in Marchtrenk, hat der außerparlamentarische Corona-Untersuchungsausschuss (APCU) seinen fünften Abend abgehalten. Das Thema „Der Preis der Pandemie. Die Wirtschaft im Würgegriff der Corona-Maßnahmen“ hat viele in den Bann gezogen. Christian Beer, der Gründer und Geschäftsführer von HERON aus Dornbirn, war eingeladen, um über die wirtschaftlichen Herausforderungen zu sprechen, die uns die letzten Jahre beschert haben. Man kann sagen, es war eine Art „Schlachtfeld der Ideen“ – die Sorgen waren greifbar.

Beer warf einen ehrlichen Blick auf die Zahlen und Fakten, die uns alle betreffen. Eine Staatsquote von rund 56 % bedeutet, dass der Staat von jedem Euro, den wir verdienen, gleich 56 Cent ausgibt. Und die Schulden? Über 430 Milliarden Euro, und die Zinsen steigen. Es ist ein bisschen so, als würde man versuchen, ein schwer beladenes Schiff durch stürmische Gewässer zu steuern. Die Lohnstückkosten sind seit 2015 um etwa 40 % gestiegen, während der öffentliche Dienst weiterhin wächst und Bau und Gewerbe die Arbeitsplätze verlieren. Beunruhigend ist auch die Zahl der Insolvenzen, die weit über dem Niveau von 2020 liegt. Der Druck auf den Mittelstand und die Bauern ist enorm – man fragt sich, wie lange das noch gutgeht.

Die Schatten der Pandemie

Die Pandemie, die Ende 2019 in China ihren Anfang nahm, hat nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch unsere Wirtschaft auf den Kopf gestellt. Dreieinhalb Jahre lang haben Infektionswellen unseren Alltag bestimmt. Doch es gibt auch Lichtblicke: Dank natürlicher Immunitäten und eines weltweiten Impfprogramms gelang es, das Virus einzudämmen. Am 5. Mai 2023 erklärte die WHO schließlich die internationale Notlage für beendet. Aber die ökonomischen Folgen sind noch lange nicht überwunden.

Ein Rückblick auf die letzten Jahre zeigt, wie tief der wirtschaftliche Einschnitt war. Im März 2020 kamen die ersten strengen Maßnahmen, und die deutsche Wirtschaft schrumpfte im Jahr 2020 um 3,7 %. Das war ein harter Schlag. Auch wenn sich im Sommer 2020 die Aktivität wieder erholte, blieben viele Branchen, insbesondere der Dienstleistungssektor, stark betroffen. Im Jahr 2021 konnte ein Wachstum von mehr als 2,5 % verzeichnet werden, trotz anhaltender Lieferengpässe. Doch dann kam der Krieg in der Ukraine und brachte neue Unsicherheiten mit sich – die Rohstoffpreise stiegen, und die Kaufkraft der Menschen sank.

Der Weg nach vorne

Beer nannte Lösungsansätze, die wie ein Lichtstrahl in der Dunkelheit wirken: einen schlanken Staat, echten Wettbewerb statt Monopole und eine unabhängige Justiz. „Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht“ – diese Worte hallen nach und sind ein eindringlicher Hinweis auf die Herausforderungen, die noch vor uns liegen. Die Inflationsrate hat im Jahr 2022 sowohl in Deutschland als auch im Euroraum die 10 %-Marke überschritten. Die EZB arbeite daran, die Weltwirtschaft zu stabilisieren und hat bereits mit Zinserhöhungen reagiert.

Die Moderation der Veranstaltung übernahm LAbg. Joachim Aigner von der MFG Oberösterreich, und man konnte spüren, dass das Publikum mehr wollte – mehr Informationen, mehr Lösungsansätze, mehr Hoffnung. Die Diskussion war lebhaft und emotional. Es wird deutlich, dass wir in einer Zeit leben, in der wirtschaftliche Stabilität nicht nur ein Schlagwort ist, sondern eine dringende Notwendigkeit.

Wie geht es weiter? Das ist die Frage, die alle beschäftigt. Die Herausforderungen sind gewaltig, aber vielleicht ist es genau jetzt an der Zeit, kreativ zu denken und neue Wege zu gehen. In der Intralogistik, wie in vielen anderen Bereichen, müssen wir lernen, uns anzupassen und weiterzuentwickeln. Die Zukunft ist ungewiss, aber eines ist sicher: Die Diskussionen müssen weitergehen.