In der Welt der Intralogistik tut sich einiges – und das nicht nur in den großen Hallen der Audi-Werke. Hier wird gerade eine spannende Zukunftsvision erprobt, die das Potenzial hat, die gesamte Branche auf den Kopf zu stellen. Audi nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein und testet humanoide Roboter, die die Montageprozesse in den Fahrzeugwerken automatisieren sollen. Das klingt nach Science-Fiction, ist aber greifbare Realität!

Stellt euch vor: Täglich werden rund eine Million Teile benötigt, und die richtige Komponente muss zur richtigen Zeit am richtigen Platz sein. Ein echtes Puzzle, bei dem kein Teil fehlen darf. Hier kommen die mobilen humanoiden Roboter ins Spiel, die Teile aus Materialbehältern entnehmen und sie in Sequenzwagen ablegen. Die Roboter stammen von Agile Robots und sind darauf trainiert, große, flexible Teile zu handhaben – und das alles mit einer Präzision, die beeindruckt. Unterstützung erhalten sie von hochentwickelter KI, die es ihnen ermöglicht, die Umgebung zu erfassen und die benötigten Komponenten präzise zu erkennen und zu greifen.

Die Technik dahinter

Um sicherzustellen, dass alles reibungslos verläuft, setzt Audi auf die Delmia-Softwaresuite von Dassault Systèmes, die auf der 3DExperience-Plattform läuft. Dort wird ein virtueller Zwillings des Logistikprozesses erstellt. Das klingt ein bisschen nach Zukunftsmusik, doch dieser digitale Zwilling ermöglicht es, Logistikprozesse, Machbarkeit, Taktzeiten sowie Ergonomie und Sicherheit zu prüfen. Mit Hilfe des virtuellen Assistenten LEO von Dassault Systèmes wird die Arbeit der Ingenieure nicht nur erleichtert, sondern auch erheblich beschleunigt. Von monatelangen Planungen auf Tage zu reduzieren – das ist das Ziel.

Wusstet ihr, dass humanoide Robotik in der Logistik nicht nur bei Audi eine große Rolle spielt? Die Fraunhofer-Gesellschaft hat herausgefunden, dass bestimmte logistische Tätigkeiten, wie Fortbewegen, Greifen und Ablegen, schwer zu automatisieren sind. Der Schlüssel liegt in einem breiten Fähigkeitsspektrum der Roboter. Diese benötigen nicht nur sensorische Wahrnehmung, um ihre Umgebung zu erfassen, sondern auch die Fähigkeit, mit gliedrigen Händen heterogene Objekte zu greifen und sich auf zwei Beinen fortzubewegen. So können sie sich in menschzentrierten Arbeitsumgebungen bewegen und mit den Menschen interagieren.

Ein Blick in die Zukunft

Die Herausforderungen in der Logistik sind nicht zu unterschätzen. Der Fachkräftemangel, geopolitische Unsicherheiten und die globalen Lieferketten machen es nicht gerade einfacher. Trotzdem sind rund drei Viertel der befragten Unternehmen optimistisch. Sie erwarten, dass humanoide Roboter in den nächsten zehn Jahren produktiv eingesetzt werden. Sie sollen Menschen nicht ersetzen, sondern als flexible Automatisierungseinheiten agieren, die uns von monotonen Aufgaben befreien.

Ein Beispiel gefällig? Bei BMW in Spartanburg kommen Roboter von Figure AI zum Einsatz, während in Leipzig humanoide Roboter von Hexagon Robotics die Arbeit unterstützen. Und auch bei Siemens in Erlangen setzt man auf Technologie, die die Arbeit erleichtert. Dabei ist die Marktlandschaft für humanoide Roboter noch stark fragmentiert, mit etwa 80 unterschiedlichen Systemen, die identifiziert wurden. Die meisten Anbieter stammen aus dem außereuropäischen Raum, was die Entwicklung hierzulande noch interessanter macht.

Die Studie des Fraunhofer IML „Automatisierung auf zwei Beinen? Humanoide Roboter in der Logistik“ zeigt, dass diese Technologie noch am Anfang steht, aber ein enormes Transformationspotenzial bietet. Empfehlungen wie der Aufbau von Testfeldern und die Entwicklung von Sicherheitsstandards für den Mensch-Roboter-Mischbetrieb sind dabei entscheidend. Und das alles wird auf der LogiMAT 2026 in Stuttgart präsentiert – ein Event, das man auf keinen Fall verpassen sollte!