In der Welt der Logistik gibt es stets neue Entwicklungen, die uns zum Staunen bringen – oder auch nicht. Aktuell sorgt der französische Container-Riese CMA CGM für ordentlich Aufregung. Ab dem 9. November 2026 wird ein Kriegsrisikozuschlag von 35 US-Dollar (ca. 31 Euro) pro TEU für Transporte in und aus der Schwarzmeerregion erhoben. Ja, richtig gehört! Das betrifft sämtliche Ladungen, egal ob Trockenladung, Kühl- oder Spezialladung. Ein 40-Fuß-Container, also zwei TEU, schlägt mit 70 US-Dollar (ca. 63 Euro) zu Buche. Ein echter Hammer, oder? Besonders wenn man bedenkt, dass die betroffenen Häfen wie Constanța, Poti, Varna und Burgas schon jetzt wichtig für den Handel sind.

Der Grund für diesen Zuschlag ist ernst: Das Schwarze Meer wurde am 16. September 2026 vom Joint War Committee als Kriegsrisikogebiet eingestuft – und das hat seine Ursachen. Die operativen Bedingungen haben sich verschlechtert, nicht zuletzt durch Drohnenangriffe auf Frachtschiffe in der Region. Und jetzt wird’s spannend: CMA CGM hat angekündigt, dass der Zuschlag zusätzlich zu anderen Gebühren wie Kraftstoffzuschlägen, Terminal-Handling-Gebühren und Hochsaisonzuschlägen anfällt. Das könnte die Seetransporte über das Schwarze Meer deutlich teurer und weniger kalkulierbar machen.

Die Hintergründe des Zuschlags

Was bedeutet das konkret für Spediteure und Verlader? Nun, sie sollten unbedingt prüfen, ob dieser neue Zuschlag bereits in den Raten enthalten ist, die sie ihren Kunden anbieten. Ab dem Starttermin müssen Verlader mit dem Zuschlag auf ihren Rechnungen rechnen. Wer jetzt denkt, dass CMA CGM die einzige Reederei ist, die solche Gebühren einführt, könnte bald eines Besseren belehrt werden. Es ist gut möglich, dass andere Linien diesem Beispiel folgen und die Kosten für Container über Constanța, Varna und Burgas weiter ansteigen.

Aber das ist noch nicht alles. Laut aktuellen Berichten aus der Branche ist die gesamte Sicherheitslage im Schwarzen Meer angespannt. Die Versicherer erweitern ihre Regelungen für Kriegsrisiken und die Londoner Marineversicherungsmarkt hat die Region als Hochrisikogebiet kategorisiert. Drohnenkriege, nicht detonierte Sprengkörper und andere Unwägbarkeiten machen das Leben für Logistiker nicht einfacher. Zudem haben sich die Entdeckungen von Drohnen und nicht detonierten Munitionsstücken im Schwarzen Meer verdoppelt. Die Auswirkungen sind enorm: Ukrainische Angriffe auf russische Infrastruktur stören den Warenfluss erheblich.

Die Reaktionen der Branche

Um dem entgegenzuwirken, haben regionale Marinen mit Räumungs- und Entsorgungsoperationen begonnen, während Rumänien seine maritime Überwachung und Verteidigungsfähigkeiten nach den Angriffen auf Handelsschiffe beschleunigt hat. Turkiye schaltet sich ebenfalls ein, kündigt eine Marineübung an und setzt auf diplomatische Initiativen, um zivile Schiffe im Schwarzen Meer zu schützen. Man fragt sich, wie lange diese Maßnahmen halten werden und ob sie genug sind, um den Handel in der Region zu stabilisieren.

Mit all diesen Entwicklungen sieht sich die Branche mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert. Die Logistik im Schwarzen Meer wird immer komplexer, und die steigenden Frachtkosten machen Käufer nervös. Viele stornieren bereits Angebote, weil die Preise ins Unermessliche steigen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird, doch eines ist sicher: Die kommenden Monate werden für alle Beteiligten alles andere als einfach.