In der schnelllebigen Welt der Logistik ist es manchmal wie im Fußball – die beste Strategie ist nur so gut wie die Ausführung. Herr Luong Thanh Long, stellvertretender Leiter des Logistikgeschäfts bei Viettel Post Can Tho, hat da einen klaren Fokus: E-Commerce, Digitalisierung und Vernetzung der Lieferkette sind die Schlüssel, um in der Region Can Tho voranzukommen. Dabei helfen moderne Technologien nicht nur den Unternehmen, sondern auch den Landwirten, die ihre Produkte effizienter vermarkten können. Die Möglichkeit, neue Märkte zu erschließen und gleichzeitig Kosten zu senken, klingt nicht nur gut – es ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit.

Und ja, die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Um den Export nach China zu fördern, muss Can Tho eine synchronisierte Logistikinfrastruktur aufbauen. Eine spannende Entwicklung ist das Logistikpark-Modell in Lang Son, das die Zollabfertigungskosten um bis zu 40 % senkt. Hier hat Viettel Post die Nase vorn – mit 2.200 Postfilialen und 2.000 Transportfahrzeugen, darunter auch Spezialkühlwagen, bietet das Unternehmen umfassende Logistiklösungen für Agrarprodukte an. Das ist wie ein gut geöltes Zahnrad im großen Getriebe der internationalen Handelsströme.

Der Weg zu nachhaltigen Exporten

Die Stadt Can Tho hat sich ambitionierte Ziele gesetzt, um nachhaltige Exporte zu fördern. Frau Tran Thi Kim Thuy, stellvertretende Leiterin der Abteilung für Pflanzenproduktion und Pflanzenschutz, betont die Dringlichkeit der Digitalisierung in der Landwirtschaft. Anbaugebietscodes sind nicht nur ein nettes Gimmick, sie sind essenziell für eine transparente Bewirtschaftung und Rückverfolgbarkeit. In Kombination mit der Digitalisierung der Anbaugebietsdaten könnte hier ein echter Quantensprung in der Qualitätssicherung gelingen.

Aber das ist noch nicht alles. Herr Huynh Phuoc Binh, stellvertretender Leiter der Unterabteilung für Qualität, Verarbeitung und Marktentwicklung, spricht von der Notwendigkeit der Standardisierung der Qualität. Die Stadt verfolgt vier Schlüsselsäulen: von der Entwicklung großflächiger Produktionszonen über die Anziehung von Investitionen in Verarbeitungstechnologien bis hin zur Nutzung von Freihandelsabkommen und der Innovation in den Lieferketten. Das klingt nach einem echten Masterplan, um die Agrarwirtschaft in Can Tho zukunftssicher zu machen.

Chinas Logistikmarkt und seine Chancen

Kommt man zu den großen Märkten, dann ist China natürlich nicht zu übersehen. Mit jährlich 60 Milliarden Tonnen bewegten Gütern und einer Marktentwicklung, die bis 2030 auf 548,5 Milliarden US-Dollar zusteuert, ist der Logistiksektor dort ein wahres Goldgrube. Die chinesische Regierung hat sich auch einiges vorgenommen: Die Logistikkosten sollen bis 2027 gesenkt werden. Ein ambitioniertes Ziel, vor allem wenn man bedenkt, dass diese Kosten Ende 2024 bei 14,1 % der Wirtschaftsleistung lagen – fast doppelt so hoch wie in Deutschland oder den USA.

Die wachsenden Segmente wie E-Commerce-Logistik und digitale Plattformen bieten großes Potenzial für deutsche Unternehmen, die mit Automatisierung und nachhaltiger Logistiktechnologie punkten können. KION Group hat bereits in China Fuß gefasst und entwickelt dort automatisierte Transportsysteme. Auch die Plattform Huochebang, die KI für das Routing von rund 8 Millionen Lkw einsetzt, zeigt, wie stark die Digitalisierung hier voranschreitet.

Die Zukunft der Logistik und Landwirtschaft

All diese Entwicklungen sind nicht nur für den Agrarsektor in Can Tho wichtig, sondern auch für die globale Lebensmittelversorgung. Der Bedarf an hochwertiger und gesunder Ernährung wächst stetig. Digitalisierungsstrategien werden immer mehr zu einem zentralen Element, um die heimische Produktion nachhaltiger zu gestalten und die Lebensmittelketten krisenfester zu machen. Das Projekt DITAC verfolgt genau diesen Ansatz. Hier wird der Status quo der digitalen Landwirtschaft in China erfasst und analysiert. Ziel ist es, die ökonomischen und ökologischen Folgen der Digitalisierung zu bewerten und als Grundlage für zukünftige Entwicklungen zu dienen.

Inmitten all dieser spannenden Veränderungen bleibt die Logistik ein entscheidender Faktor, um die Brücke zwischen Produzenten und Konsumenten zu schlagen. Ob in Can Tho oder China – die Herausforderungen sind groß, aber die Chancen ebenso. Die Zukunft der Logistik und Landwirtschaft verspricht aufregend zu werden.