Heute ist der 7.10.2026, und in Oberösterreich brodelt es. Der Linz Airport, alleiniger Eigentümer des Flughafens, steht im Fokus einer hitzigen Debatte. Grund dafür sind die Lebendtiertransporte, die über den Flughafen Hörsching abgewickelt werden. Besonders im Visier: die Transporte von Rindern nach Turkmenistan. Grüne-Landesrat Stefan Kaineder hat sich klar positioniert und fordert ein sofortiges Ende dieser Praxis.

Die Situation ist brisant. In den kommenden Tagen sind insgesamt elf Flüge geplant, bei denen etwa 60 Rinder pro Flug mit einem Airbus der mexikanischen Frachtfluggesellschaft MAS nach Asgabat transportiert werden sollen. Das macht rund 792 Tiere, die von Ungarn nach Hörsching gebracht werden, bevor sie den langen Flug antreten. Kaineder äußert Bedenken und betont, dass Rinder fühlende Lebewesen sind – keine bloßen Frachtstücke, die man einfach von A nach B befördert.

Hintergrund der Transporte

Die Rinder werden mit entsprechenden Dokumenten, unter anderem einer amtlichen Gesundheitsbescheinigung und ungarischen Ohrmarken, vorbereitet. Der Flughafen selbst hebt hervor, dass die Transporte veterinärmedizinisch kontrolliert und nach internationalen Vorschriften durchgeführt werden. Doch die Sorgen von Kaineder sind nicht unbegründet. Er kritisiert die Rolle des Linzer Flughafens und sieht das Land in der Verantwortung für die Geschäfte, die dort abgewickelt werden. Ein Verbot von Lebendtier-Langstreckentransporten ist das Ziel, das er verfolgt.

Besonders pikant: Es ist bislang unklar, ob es sich bei diesen Rindern tatsächlich um Schlachtrinder handelt oder ob sie zur Zucht nach Turkmenistan gebracht werden. Kaineder bezeichnet die Transportpraxis als unverständlich und untragbar und fordert eine klare Haltung des Landes Oberösterreich. „Eine rote Linie im Tierschutz muss gezogen werden“, so Kaineder. Der Druck auf die Verantwortlichen wächst.

Rechtliche Grundlagen und Verantwortlichkeiten

Doch was sagt das Gesetz zu solchen Transporten? Die EU-Verordnung regelt den Transport lebender Wirbeltiere innerhalb der EU und legt fest, dass die Verantwortung für das Wohlergehen der Tiere bei allen am Transport beteiligten Personen liegt. Das betrifft Transportunternehmer, Organisatoren, Fahrer sowie Tierhalter. Sie müssen die Rechtsvorschriften einhalten und entsprechend geschult sein. Bei Langstreckentransporten, die über acht Stunden dauern, sind spezielle Dokumente erforderlich.

Diese Regelungen sind wichtig, um sicherzustellen, dass die Tiere während des Transports bestmöglich betreut werden. Allerdings stellt sich die Frage, wie gut diese Vorschriften tatsächlich umgesetzt werden. Die Kontrollen durch die zuständigen Behörden an den Ausgangsorten und Grenzkontrollstellen sind entscheidend. Schließlich soll das Wohlergehen der Tiere auch in der Luftfahrt gewährleistet sein.

Die Situation am Linz Airport ist also nicht nur ein lokales Thema, sondern wirft auch größere Fragen auf. Wie weit ist das Land bereit zu gehen, um den Tierschutz zu gewährleisten? Das sind Fragen, die nicht nur die politischen Entscheidungsträger, sondern auch die Öffentlichkeit beschäftigen sollten. Denn letztlich geht es um mehr als nur um Zahlen und Transporte – es geht um das Leben und das Wohlbefinden von fühlenden Wesen.