Am 26. und 27. Oktober 2026 versammelten sich internationale Delegierte in Busan, Republik Korea. Ein Event, das von der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) und dem Ministerium für Ozeane und Fischerei der Republik Korea organisiert wurde. Hier ging es nicht nur um die Schifffahrt – es war eine Plattform, um nationale Maßnahmen zu stärken und die internationale Zusammenarbeit in der Umsetzung globaler Schifffahrtsvorschriften zu fördern. Ein wahrlich ambitioniertes Ziel!

Die Teilnehmer kamen aus den unterschiedlichsten Bereichen: Regierungen, internationale Organisationen, Industrie und Wissenschaft waren vertreten. Spannend – oder besser gesagt, absolut entscheidend – waren die Themen, die auf der Agenda standen. Digitalisierung, Automatisierung, die Energiewende und sogar geopolitische Konflikte wurden diskutiert. Vizeminister Nam Jaeheon forderte während der Veranstaltung mehr internationale Solidarität, um den Herausforderungen der Branche gemeinsam zu begegnen.

Regulatorische Fortschritte und Herausforderungen

Generalsekretär der IMO, Arsenio Dominguez, stellte während der Veranstaltung wichtige regulatorische Meilensteine vor. Ein freiwilliger Code für maritime autonome Oberflächenschiffe wurde verabschiedet, und die Strategie zur maritimen Digitalisierung wurde ebenfalls billigt. Ein weiterer Punkt auf der Liste war die Entwicklung von Sicherheitsleitlinien für Schiffe, die alternative Kraftstoffe nutzen. Die IMO hat außerdem ihren ersten globalen Auditzyklus abgeschlossen, in dem 168 Mitgliedstaaten bewertet wurden. Ein Schritt, um Lücken zu identifizieren und technische Unterstützung zu verbessern.

Dominguez hob die unverzichtbare Rolle der Seeleute in der Umsetzung der IMO-Vorschriften hervor. Ohne sie läuft nichts – das wusste man auch auf dem hochkarätigen Regierungsrundtisch, der die Rolle der Regierungen bei der Umsetzung von IMO-Instrumenten diskutierte. Auch die Podiumsdiskussionen boten spannende Einblicke in die Handlungsmöglichkeiten für die verschiedenen Akteure. Das Symposium zur Seeschifffahrtspolitik widmete sich zudem dem Kapazitätsaufbau und der Talententwicklung – man kann nie genug gut ausgebildete Fachkräfte haben!

Digitalisierung als Schlüssel zur Zukunft

Die IMO arbeitet intensiv daran, eine globale Strategie zur Digitalisierung der Schifffahrt zu entwickeln. Während der 49. Sitzung des Facilitation Committee (FAL) in London, die vom 10. bis 14. März stattfand, wurden neue Technologien besprochen, die Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit steigern sollen. Bis Ende 2027 soll diese Strategie von der IMO-Versammlung angenommen werden. Eine Korrespondenzgruppe wurde ins Leben gerufen, um den Umfang, die Ziele und den Umsetzungsrahmen dieser Strategie festzulegen.

Demnach wird im kommenden Jahr daran gearbeitet, Technologien, Standards und Methoden zu identifizieren, die die maritime Digitalisierung unterstützen. Dominguez betonte das transformative Potenzial von Technologien wie Künstlicher Intelligenz und autonomer Navigation. Die Einführung von verpflichtenden Maritime Single Window (MSW)-Vorschriften ist nur ein weiterer Schritt in diese Richtung. Auch Cybersecurity-Maßnahmen und die Genehmigung von elektronischen Zertifikaten stehen auf der Agenda. Es ist klar: Der Erfolg dieser digitalen Strategie hängt stark von den Beiträgen der Mitgliedstaaten und internationalen Organisationen ab.

Die IMO im Kontext

Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) wurde 1948 gegründet und hat ihren Sitz in London. Sie ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen und hat sich seither zum Ziel gesetzt, die Sicherheit der Schifffahrt zu verbessern, Meeresverschmutzung zu reduzieren und die Handelsbedingungen international zu regeln. Mit mittlerweile 176 Vollmitgliedstaaten – darunter auch Deutschland, das bereits 1959 beigetreten ist – hat die IMO viel erreicht. Ihr Motto: „Sichere, geschützte und effiziente Schifffahrt auf sauberen Meeren“.

Die Arbeit der IMO ist nicht unumstritten. Kritiken gibt es hinsichtlich des Einflusses von Wirtschaftsverbänden und der oft als schwerfällig wahrgenommenen Entscheidungsfindung. Dennoch hat die Organisation über 40 internationale Übereinkommen erarbeitet, die das Gesicht der Schifffahrt nachhaltig geprägt haben. Die jährlichen Veranstaltungen wie der World Maritime Day und der Day of the Seafarer erinnern uns daran, wie wichtig das Thema ist und wie viele Menschen täglich ihren Beitrag zu einer sicheren und umweltfreundlichen Schifffahrt leisten.

Und so endete die Veranstaltung in Busan mit einer symbolischen Übergabe der Flagge an die Philippinen für die Ausgabe 2027. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der internationalen Seeschifffahrt, der zeigt, dass die Reise in eine nachhaltige und digitale Zukunft noch lange nicht zu Ende ist.