Am 7. November 2026 stehen die Zeichen für die Transport- und Logistikbranche in Prenzlau nicht gerade auf Sonnenschein. Hohe Betriebskosten und die stetig steigenden Kraftstoffpreise setzen den Unternehmen ordentlich zu. Ein Blick auf die Situation der Mineralölhandel Glaser Transport und Dienstleistungs GmbH zeigt, wie dramatisch die Lage ist. Raik Glaser, der Geschäftsführer, berichtet von rückläufigen Tankstellenumsätzen und den Herausforderungen, die die Branche plagen. Die Bundesregierung hat zwar einen Tankrabatt beschlossen, der die Energiesteuer auf Diesel und Benzin um 14 Cent je Liter senkt, doch das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man die Gesamtentwicklung betrachtet.

Das Unternehmen, das 1997 gegründet wurde und sich auf den Transport von Heizöl und Agrardiesel spezialisiert hat, hat seit 2002 auch eine Tankstelle. Das Liefergebiet erstreckt sich über 80 Kilometer rund um Prenzlau, wobei die Hauptkunden Landwirte sind. Typische Transporttouren führen die Tanklaster zur PCK-Raffinerie in Schwedt, wo das Beladen und Entladen bis zu zehn Stunden in Anspruch nehmen kann. Verunsichert durch die hohen Preise haben viele Verbraucher Bestellungen zurückgestellt – die Nachfrage nach Heizöl war im ersten Halbjahr 2026 eher mau. Heizölpreise, die im April und Mai noch bei 1,30 bis 1,40 Euro pro Liter lagen, klettern aktuell auf 1,68 bis 1,80 Euro. Die Auftragslage hat sich zwar ein wenig verbessert, doch die Kunden bestellen kleinere Mengen – von 2000 bis 3000 Litern sind es nun oft nur noch 1500 bis 1000 Liter.

Wachsende Konkurrenz und sinkende Umsätze

Die Situation wird durch die Konkurrenz aus Polen zusätzlich kompliziert. Dort sind die Kraftstoffpreise gedeckelt, während sie in der Uckermark zwischen 2,05 und 2,10 Euro pro Liter schwanken. Das ist ein harter Wettbewerb, der dem Unternehmen zusetzt. Glaser äußert Besorgnis über die Entwicklung, insbesondere da der Umsatz an der Tankstelle kontinuierlich rückläufig ist. Die eigene Fahrzeugflotte wurde von vier Lkw und vier Fahrern auf drei Lkw und zwei Fahrer reduziert – ein klares Zeichen, dass die Luft dünner wird. Und das ist nicht nur in Prenzlau so.

Ein aktueller Bericht von Destatis unterstreicht die angespannten Verhältnisse im gesamten Logistiksektor. Auf der einen Seite steigt das Transportvolumen, auf der anderen Seite stehen die Dienstleister wirtschaftlich unter Druck. Die Zahlen zeigen ein widersprüchliches Bild: Der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex hat sich im Februar 2026 um 1,5 % im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Doch gleichzeitig steigen die Kosten – die Erzeugerpreise für Dienstleistungen im Verkehr und in der Lagerei sind um 2,2 % gestiegen. Und das spürt jeder, der in dieser Branche arbeitet.

Insolvenzdruck und Handlungsempfehlungen

Die Insolvenzhäufigkeit im Verkehr und in der Lagerei ist alarmierend hoch – 133 Fälle je 10.000 Unternehmen, die höchste in Deutschland. Hohe Betriebskosten, Fachkräftemangel und Preisdruck setzen den Unternehmen stark zu. Die Marktbereinigung zeigt sich deutlich in der Insolvenzstatistik. Die Margen der Anbieter reichen oft nicht aus, um die gestiegenen Kosten zu decken. Das ist ein Teufelskreis, aus dem es schwer herauszukommen gilt.

Um in dieser turbulenten Zeit zu bestehen, sollten Unternehmen ihre Transportbudgets für 2026 um 2-5 % anheben und die Bonität ihrer Logistikpartner regelmäßig prüfen. Verträge auf Preisanpassungsklauseln zu überprüfen, könnte ebenfalls ein sinnvoller Schritt sein. Und die eigene Intralogistik? Eine Bewertung könnte helfen, die Effizienz zu steigern und die Kosten zu senken. Wenn die Branche eines lehrt, dann ist es die Notwendigkeit, proaktiv zu handeln.

Der Logistiksektor steht vor großen Herausforderungen, und die Anbieter sind gefordert, ihre Strategien anzupassen. Der Weg aus der Krise ist steinig, aber mit der richtigen Planung und Flexibilität könnte es gelingen, die Wogen zu glätten. Es bleibt spannend, wie sich die Lage entwickeln wird.