Indien und Deutschland: Eine Brücke der Bildung und Innovation
Indien, das Land der Farben, der Gewürze und einer unerschöpflichen kulturellen Vielfalt, steht auch im Bereich der Hochschulbildung und Forschung ganz oben auf der Liste. Die Universität Duisburg-Essen hat sich aufgemacht, die internationalen Beziehungen in Südasien, insbesondere in Indien, zu stärken. Angeführt von Prof. Dr. Doris Segets, der Fakultät für Ingenieurwissenschaften, wird hier nicht nur bestehendes Wissen gebündelt, sondern auch neue Kooperationen in Forschung, Studium und Transfer initiiert. Ein zentraler Anlaufpunkt in Indien ist das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) in Neu-Delhi, das vom DAAD betrieben wird und als Brücke zwischen den beiden Ländern fungiert.
Ein weiteres spannendes Element in dieser internationalen Zusammenarbeit ist das Institut für Geographie, das unter der Leitung von Prof. Dr. Rudolf Juchelka agiert. Juchelka, der seine ersten Begegnungen mit Indien am Geographischen Institut der RWTH Aachen hatte, bringt frischen Wind in die Lehre. Regelmäßig behandelt er Themen rund um Indien, wie die regionalen Disparitäten und die eindrucksvollen Stadtentwicklungsprozesse in indischen Mega-Cities. Seine Vorlesungen sind nicht nur informativ, sondern auch inspirierend – und das, obwohl er nicht alleine dasteht. Es bestehen auch wissenschaftliche Kontakte zur Bangalore University, wo Prof. Dr. Ashok Hanjagi die Zügel im Department of Geography hält.
Hochschulsystem Indien: Ein Blick hinter die Kulissen
Indien hat ein Hochschulsystem, das eines der größten und komplexesten der Welt ist. Mit über 1.169 Universitäten und 45.473 Colleges verzeichnet das Land mehr als 43,3 Millionen Studierende. Das ist eine gewaltige Zahl! Trotz dieser beeindruckenden Statistik bleibt die Anzahl der verfügbaren Studienplätze hinter der Nachfrage zurück. Die Regierung hat jedoch mit dem National Education Plan 2020 weitreichende Reformen eingeleitet, um die Lehr- und Forschungsqualität zu verbessern. Ziel ist es, die Einschreibquote im tertiären Bildungssektor von aktuell 27,3 % auf 50 % bis 2035 zu erhöhen. Es gibt also viel zu tun – und auch einige Herausforderungen, wie die mangelhafte Infrastruktur und den Mangel an qualifizierten Dozierenden.
Die positiven Entwicklungen finden jedoch nicht nur in den traditionellen Bildungszentren wie Delhi, Mumbai und Bangalore statt. Immer mehr Hochschulen außerhalb dieser Metropolen setzen auf Innovation und Digitalisierung. Das DWIH in Neu-Delhi unterstützt zahlreiche deutsche Hochschulen bei Kooperationsprojekten, die den Austausch und die Mobilität der Studierenden fördern. So ist die Zahl der indischen Studierenden in Deutschland im Wintersemester 2023/24 auf 49.483 angestiegen und sie bilden die größte Gruppe internationaler Studierender in Deutschland. Dies zeigt, wie wichtig der Austausch zwischen den beiden Ländern geworden ist.
Forschung und Innovation in Deutschland und Indien
Die aktive Beteiligung deutscher Hochschulen an 482 Hochschulkooperationen mit Indien spricht Bände. Diese Kooperationen konzentrieren sich auf Schlüsselthemen wie Mobilität, erneuerbare Energien, Technologie und Innovation. Hierbei wird der DAAD nicht müde, den akademischen Austausch zu fördern und Hochschulen bei der Entwicklung von Partnerschaften zu unterstützen. Und das sind nicht nur leere Worte: Geplante Veranstaltungen wie die zur interkulturellen Kompetenz in Indien, die im April 2025 stattfinden soll, zeigen, wie ernst es den Akteuren ist.
Die National Education Policy 2020 und die Gründung der Nationalen Forschungsstiftung (NRF) 2023 zielen darauf ab, die Bildungs- und Forschungslandschaft in Indien weiter zu verbessern. Mit der Einführung von International Offices und einem Credit-Transfer-System wird die Internationalisierung der Hochschulen vorangetrieben. Das Interesse an Indien wächst, und mit ihm die Chancen für Studierende und Forschende, die sich auf eine spannende Reise begeben wollen – sei es in die Weiten der indischen Landschaften oder in die Zukunft des Wissens.
