Heute ist der 28.10.2026, und während wir uns hier im Schienengüterverkehr umsehen, brodelt es gewaltig unter der Oberfläche. Ein Bündnis aus Güterbahnen und Wirtschaftsverbänden schlägt Alarm: Die Trassenpreise, diese lästigen Gebühren, die jeder Zugbetreiber für die Nutzung der Schienen zahlen muss, könnten bald sprunghaft ansteigen. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat die politische Hängepartie, die uns alle betrifft, noch nicht beendet. Die Forderungen nach Lösungen werden lauter, denn es stehen nicht nur neue Preiserhöhungen an, sondern auch die Planbarkeit für Unternehmen ist in Gefahr.

Die DB InfraGo plant, die Trassenpreise um 13 Prozent zu erhöhen, und das ist nur der Anfang. Es wird sogar mit einem Anstieg von bis zu 75 Prozent für einen Standard-Güterzug gerechnet – und das bereits zwischen 2026 und 2027! Die Zukunft sieht noch düsterer aus, denn ab 2028 drohen weitere drastische Erhöhungen: Für den Transport von Gefahrgütern sind es 84 Prozent, und sogar 108 Prozent mehr für besonders schwere Güter. Irgendwie ist das alles schwer nachvollziehbar, oder? Da fragt man sich, wie viele Unternehmen das noch stemmen können, angesichts der bereits einkalkulierten Kürzungen der Fördermittel um 145 Millionen Euro.

Die Auswirkungen auf die Wirtschaft

Die Warnungen sind deutlich: Produktionsrückgänge und eine Abwanderung ins Ausland könnten die Folge sein. Das betrifft vor allem Güter, die kaum auf die Straße verlagert werden können. Und die Forderung, die Trassenpreisförderung im Bundeshaushalt 2027 von 200 Millionen Euro auf 345 Millionen Euro anzuheben? Ziemlich notwendig, wenn man bedenkt, wie viele Betriebe bereits am Rande ihrer Möglichkeiten arbeiten. Ein dauerhaft tragfähiges Preissystem ist zwingend erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft nicht zu gefährden.

Interessanterweise hat der EuGH kürzlich die deutsche Preisbremse für die Schienenmaut im Nahverkehr für nicht mit europäischem Recht vereinbar erklärt. Die Flexibilität der Berechnung der Trassenpreise ist nicht gegeben, und das könnte viele Verkehrsunternehmen in eine ernsthafte Klemme bringen. Die Betreiber DB InfraGO und DB RegioNetz Infrastruktur, die an der Preisspirale drehen, haben bereits einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Köln gestellt. Das zeigt, wie angespannt die Situation ist und wie viele Unsicherheiten im Raum stehen.

Ein notwendiger Reformprozess

Das Bundesverkehrsministerium hat angekündigt, das Trassenpreissystem zu reformieren. Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) bezeichnete das Urteil als „Hiobsbotschaft für den Regionalverkehr“. Und das ist nicht übertrieben. Es wird mit steigenden Ticketpreisen und Angebotskürzungen gerechnet. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) warnt vor massiven Einschnitten im Regionalverkehr. Wer hätte gedacht, dass sich solch eine Kettenreaktion auslösen kann, nur weil die Preise für die Schienenmaut nicht stimmen?

Die Diskussion um die Trassenpreise ist nicht nur ein technisches Problem; es ist ein wichtiges gesellschaftliches Thema. Schließlich geht es um die Mobilität von Menschen und Gütern, um die Zukunft des Schienenverkehrs und darum, dass wir nicht alles auf die Straßen verlagern. Ein „Gemeinwohl-Trassenpreissystem“ könnte eine Lösung sein, die sowohl den Betreibern als auch der Gesellschaft zugutekommt. Aber bis wir dort sind, bleibt uns nichts anderes übrig, als diese Hängepartie weiter zu beobachten und darauf zu hoffen, dass die Verantwortlichen endlich handeln. Wer weiß, vielleicht gibt es ja doch noch ein Happy End in dieser Geschichte.