Schienen schwingen: Gemeinsam aus dem Güterverkehrs-Dilemma
Der Schienengüterverkehr – ein Thema, das uns alle angeht, besonders hier in der Region Außerfern-Allgäu. Das grenzüberschreitende Projekt „Güter auf die Schiene“, initiiert von VNL und LKZ Prien, hat sich zum Ziel gesetzt, wirtschaftlich tragfähige Lösungen zu finden. Ein hehres Ziel, aber wie so oft gibt es auch hier einige Stolpersteine. Was uns sofort ins Auge springt, ist die Problematik der Gütermengen. Es gibt einfach nicht genug Güter, um wirtschaftliche Bahnverbindungen zu rechtfertigen. Und wenn die Bahnverbindungen nicht attraktiv sind, dann bleibt das auch nicht ohne Folgen.
Hier entsteht ein Teufelskreis: Zu wenig Güter führen zu schlechten Verbindungen, und schlechte Verbindungen wiederum veranlassen Unternehmen, ihre Güter lieber auf der Straße zu transportieren. Dabei mangelt es nicht an Infrastruktur oder intelligenten Lösungsansätzen. Es ist vielmehr ein Mangel an Zusammenarbeit und der Bündelung von Transportmengen, der den Schienengüterverkehr in dieser Region ausbremst. Das EUREGIO via salina-Projekt hat sich vorgenommen, genau diese Hindernisse zu untersuchen – und das ist nur der Anfang.
Grenzen überwinden und Sichtbarkeit schaffen
Die Abschlussveranstaltung des Projekts fand am 13. Oktober 2026 bei der Geiger Gruppe in Herzmanns/Waltenhofen statt. Ein Tag, der nicht nur den Abschluss eines Kapitels, sondern auch den Auftakt für neue Kooperationen markierte. Organisiert von LKZ Prien und dem Netzwerk Logistik (VNL) aus Österreich, zielt das Projekt darauf ab, die strukturellen Voraussetzungen für den Schienengüterverkehr zu verbessern und regionale Anliegen sichtbarer zu machen. Es ist spannend zu sehen, wie sich hier die Akteure zusammenschließen, um die Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Und die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen: Begrenzte Streckenkapazitäten, Nutzungskonflikte und fehlende Zugangsmöglichkeiten tragen zur Henne-Ei-Problematik bei. Wer bringt die Güter, wenn die Bahn nicht attraktiv ist?
Ein wichtiger Punkt, den das Projekt anspricht, ist die Notwendigkeit, die bestehende Infrastruktur besser zu nutzen und Kooperationen zwischen Unternehmen und Logistikdienstleistern zu stärken. Praxisbeispiele zeigen auf, dass auch bei begrenzter Infrastruktur mehr Schienengüterverkehr möglich ist, wenn wir nur klug zusammenarbeiten und passgenaue Logistikkonzepte entwickeln. Das Ziel ist eine intelligente Kombination von Straße und Schiene, die letztlich die gesamte Lieferkette optimieren soll.
Ein Blick auf die Zukunft des Schienengüterverkehrs
Doch das ist nur ein Teil der Geschichte. Der Schienengüterverkehr in Deutschland ist nicht nur für die lokale Wirtschaft von Bedeutung, sondern spielt auch eine zentrale Rolle für unsere nationalen und europäischen Klimaziele. Der Masterplan Schienengüterverkehr, der 2017 vom Bundesministerium für Verkehr in Zusammenarbeit mit Branchenvertretern entwickelt wurde, zeigt in diese Richtung. Mit dem Bundesprogramm „Zukunft Schienengüterverkehr“ sollen Investitionsstaus abgebaut und Innovationen gefördert werden. Unternehmen sind gefordert, selbst einen Eigenbeitrag von mindestens 50 % zu leisten, um Fördermittel zu erhalten und innovative Technologien zu erproben.
Da wird einem klar: Die Zukunft des Schienengüterverkehrs hängt eng mit unserer Bereitschaft zur Zusammenarbeit und zu Innovation zusammen. Projekte wie das von LKZ Prien und VNL sind da echte Wegbereiter. Sie zeigen, dass es möglich ist, die Herausforderungen zu meistern, und dass wir gemeinsam an einem Strang ziehen können. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Dinge entwickeln – und wir dürfen gespannt sein, welche konkreten Ansätze und Kooperationen sich aus all diesen Bemühungen ergeben werden.
