Heute ist der 16.10.2026, und die Lage am Flughafen Zürich lässt die Alarmglocken läuten. Ein Kerosinengpass steht bevor, und das Schweizer Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) hat bereits die ersten Warnungen ausgesprochen. Die Versorgungsengpässe sind nicht auf die Schweiz allein beschränkt – auch der Frankfurter Flughafen kämpft mit einem Kerosinmangel, der sich aus dem Niedrigwasser im Rhein speist. Lufthansa hat kurzerhand ihre Tankstrategien angepasst und tankt an anderen Flughäfen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Doch was bedeutet das für die Kerosinversorgung in Zürich?

In der Schweiz hat man nun reagiert: „Zeitlich und mengenmäßig begrenzte“ Entnahmen aus den Kerosinreserven sind erlaubt, und zwar vom 15. Oktober bis 1. November 2026. Das klingt zunächst beruhigend, denn bis zu 30.000 Kubikmeter Kerosin können entnommen werden. Das entspricht etwa 6,5 Prozent der Pflichtlagermenge in der Schweiz. Aber die Sorgenfalten bleiben: Die Verfügbarkeit reicht ohne zusätzliche Maßnahmen nicht aus, und die logistischen Probleme, die durch massive Verspätungen und Komplettausfälle im internationalen Schienengüterverkehr verursacht werden, tun ihr Übriges. Diese Umstände sind besonders kritisch, weil zusätzliche Transporte auf die ohnehin überlastete Schiene verlagert wurden. Eine gefährliche Kettenreaktion, wenn man bedenkt, dass die Kerosinlieferungen dadurch weiter verzögert werden.

Die Pflichtlager und ihre Bedeutung

Die Schweiz hat ein Pflichtlagersystem für Krisenfälle, das insgesamt 55 Tankanlagen mit satten 6,8 Milliarden Litern umfasst. Das klingt beeindruckend, nicht wahr? Aber damit könnte man gerade mal 4,5 Monate bei Benzin und Diesel abdecken und bei Kerosin nur etwa 3 Monate. Die aktuelle Situation zeigt, wie wichtig dieses System tatsächlich ist. Der Delegierte für wirtschaftliche Landesversorgung hat die Bezüge aus den Pflichtlagern bewilligt, und das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ohne diese Maßnahme wäre die Kerosinversorgung in der Schweiz ernsthaft gefährdet.

Aktuell gibt es am Flughafen Zürich noch keine Einschränkungen bei der Betankung von Flugzeugen – zumindest nicht für die Swiss Airlines. Aber die Piloten müssen dennoch ihre Tankstrategien überdenken, besonders bei Flügen nach Frankfurt. Neun Unternehmen, darunter Socar, BP und Shell, sind für die Kerosinversorgung am Flughafen zuständig. Die Situation am Flughafen Genf bleibt ebenfalls stabil, was für die Reisenden dort eine kleine Erleichterung darstellt. Doch der Blick auf die Wasserstände im Rhein bleibt angespannt. Die Frachtschiffe können nicht voll beladen werden oder fallen ganz aus, was die Lage zusätzlich kompliziert.

Die Herausforderungen im Schienengüterverkehr

Die Trockenheit und die niedrigen Wasserstände im Rhein sind nicht nur ein Ärgernis für die Kerosinversorger, sondern auch für den gesamten Gütertransport. Massive Verspätungen und Engpässe haben sich zu einem echten Problem entwickelt. Die Verlagerung von Transporten auf die Schiene belastet diese bereits stark ausgelastete Infrastruktur noch mehr. Man fragt sich, wie lange dieses System noch standhält. Die internationale Energieagentur hat bereits empfohlen, dass Mitgliedsländer Teile ihrer Reserven auf den Markt werfen, um Engpässe zu vermeiden. Ein kluger Schachzug, denn der Bedarf an Kerosin und anderen Treibstoffen bleibt hoch, während die Versorgungslage immer angespannter wird.

Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Lage weiterentwickelt. Ein paar Wochen voller Herausforderungen stehen uns bevor, und die Hoffnung auf eine Entspannung im Schienengüterverkehr ist groß. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Maßnahmen der Behörden ausreichen, um die drohende Kerosinknappheit zu bewältigen.