Die Lage im Güterverkehr ist alles andere als rosig. Am 12. Oktober schickten die Zentralbetriebsräte der Rail Cargo Austria AG ein besorgniserregendes Signal an das Management. Die Stimmung in der Belegschaft? Alarmierend! Die Sorgen um die Zukunft der Rail Cargo sind greifbar. Im vergangenen Jahr musste das Unternehmen einen Verlust von über 135 Millionen Euro hinnehmen, und die interne Organisation der ÖBB steht mehr denn je in der Kritik – insbesondere im Bereich Güterverkehr, der im Vergleich zum Personenverkehr um einiges härter umkämpft ist.

Die Probleme, die hier auf dem Tisch liegen, sind vielfältig. Ein Mangel an Ressourcen sorgt dafür, dass Aufträge nicht oder nur eingeschränkt erfüllt werden können. Fehlende Triebfahrzeuge, ein Mangel an Triebfahrzeugführer:innen, unzureichendes Wagenmaterial, Baustellen und betriebliche Engpässe drücken auf die Stimmung. Die Überstunden in profitablen Kernbereichen haben die Belastungsgrenze der Mitarbeiter längst überschritten. Und der geplante Abbau von 400 Mitarbeitern bei den Technischen Services verschärft die Personalproblematik zusätzlich.

Marktanteile und Wettbewerb

Es wird nicht leichter. Der Einzelwagenverkehr, der im Vorjahr mit 60 Millionen Euro gefördert wurde, ist nach wie vor defizitär, ebenso wie die Rollende Landstraße (RoLA) mit 10 Millionen Euro. Die Vergabe von Verkehrsaufträgen an Dritt-EVU nimmt zu – ein Beispiel dafür ist CD-Cargo Österreich. Die Prognosen sind düster: Der Marktanteil im Cargo-Segment soll bis 2025 auf 52 Prozent sinken, hauptsächlich bedingt durch Baustellen. Im Ganzzug-Segment hat die ÖBB nur noch 36,5 Prozent Marktanteil. Ein echter Weckruf!

Die Rail Cargo Austria bleibt zwar Marktführer mit 52,3 % Verkehrsleistung, aber der Druck der privaten Anbieter wächst – sie erreichen mittlerweile fast 47 % Marktanteil beim Transportaufkommen. Ganze 74 Eisenbahnunternehmen tummeln sich im ÖBB-Netz, 46 davon ausschließlich im Güterverkehr. Das ist ein wahrer Kampf um jeden Kilometer Schiene!

Externe Faktoren und Herausforderungen

Die Externalitäten machen die Sache nicht einfacher. Die flaue Konjunktur, hohe Energiekosten und Baustellen belasten alle Anbieter in der EU. Währenddessen weicht die Industrie zunehmend auf die kostengünstigere Straßenlogistik aus. Die privaten Güterbahnen sind starke Akteure – in Deutschland beispielsweise transportieren sie über 60 Prozent der Güter. Das zeigt, wie wichtig eine Verkehrswende ist, um die Klimaziele zu erreichen und die Konkurrenzfähigkeit der Bahn zu stärken.

Die Rail Cargo Group, nach der Deutschen Bahn das zweitgrößte Schienengüterverkehrsunternehmen in Europa, steht vor der Herausforderung, sich neu zu orientieren. Konzernsprecher Peter Thier betont zwar die Notwendigkeit einer Reorganisation des Güterverkehrs, doch die Strategie könnte sich weiter hinauszögern. Die Belegschaft fordert eine langfristige Strategie für Jobs und Unternehmen, denn die Unsicherheit ist groß. Es ist die größte Bahnreform seit über 20 Jahren, und der Druck auf den Holding-Vorstand und den Aufsichtsrat wächst.

Ein Blick in die Zukunft

Was bleibt also zu hoffen? Vielleicht die Schaffung eines stabilen Marktes für den Schienengüterverkehr, der bis 2030 40 % des Gesamtgüterverkehrs ausmachen soll – derzeit liegt der Anteil bei rund 26 %. Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung! Österreich investiert bereits kräftig in die Schieneninfrastruktur, mit staatlichen Pro-Kopf-Investitionen von 359 Euro – das ist immerhin Platz 3 in Europa. Doch die Herausforderungen bleiben, und die Zeit drängt.

Der Schienengüterverkehr muss aus der aktuellen Misere herausfinden, denn die Überlastung der Straßen macht den Lkw-Transport in vielen Bereichen schwierig. Der Weg in eine nachhaltige Zukunft erfordert Mut, Innovation und eine klare Strategie. Aber die Uhr tickt, und die Weichen müssen jetzt gestellt werden!