Kerosin-Krise in der Schweiz: Ein Lichtblick oder nur eine Illusion?
Ein Blick auf die aktuelle Kerosinversorgung in der Schweiz zeigt, dass die Lage angespannt ist. Der Flughafen Zürich – ein zentraler Knotenpunkt für den internationalen Flugverkehr – spürt die Auswirkungen von Lieferproblemen ganz direkt. Ab dem 15. Oktober bis zum 1. November dürfen Treibstoffhändler nun auf die Pflichtlager zugreifen, um bis zu 30.000 Kubikmeter Kerosin zu beziehen. Das sind immerhin 6,5 Prozent der aktuellen Pflichtlagermenge! Man könnte sagen, es ist ein kleiner Lichtblick in einem recht düsteren Szenario.
Der Bund hat die Pflichtlager geöffnet, um den Markt gezielt zu stützen. Roland Pfister, der Delegierte für wirtschaftliche Landesversorgung, hat diese Maßnahme als notwendig erachtet, um der drohenden Knappheit entgegenzuwirken. Seit März besteht diese gefährdete Versorgungslage, und die Ausfälle im internationalen Güterverkehr sind nicht gerade hilfreich. Was die Situation noch komplizierter macht, sind die tiefen Rheinpegel, die dazu führen, dass mehr Güter auf die ohnehin schon belastete Bahn ausweichen müssen.
Die Herausforderung der Logistik
Die Landesversorgung stuft die Kerosinversorgung als gefährdet und die Dieselversorgung als sehr angespannt ein. Nur eine von drei Logistikachsen funktioniert derzeit wirklich gut – die Pipeline zur Raffinerie in Cressier. Die anderen Transportwege sind entweder eingeschränkt oder von Baustellen betroffen, was das Ganze noch kniffliger macht. Pfister beschreibt das Jahr 2026 als «aussergewöhnlich» in Bezug auf die Kerosinversorgung. Das ist schon ein starkes Stück, oder?
Die Pflichtlager sind so ausgelegt, dass sie Kerosin für etwa drei Monate decken, während Heizöl und Diesel sogar viereinhalb Monate abdecken können. Man könnte meinen, das klingt nach einem soliden Plan, aber die Realität sieht oft anders aus. Der Bund erwartet zwar keinen akuten Mangel an Kerosin, dennoch mahnen Experten zur Vorsicht. Es gibt immer wieder Stimmen, die warnen, dass wir uns nicht in einer Illusion des Überflusses wähnen sollten. Bei drohender Knappheit könnte der Bund sogar zu Maßnahmen wie Sparappellen und Verbrauchseinschränkungen greifen.
Preise und weitere Maßnahmen
Eine interessante Randnotiz: Aktuell sind keine Anzeichen für sinkende Preise bei Diesel oder Heizöl zu erkennen. Das Kerosin aus den Pflichtlagern kostet genau so viel wie regulär gehandelte Treibstoffe. Das ist wohl ein weiterer Grund, warum die Branche derzeit etwas angespannt ist. Die Nutzung der Pflichtlager, so notwendig sie auch ist, wird nicht zu Preissenkungen führen.
Die Herausforderung, die sich hier zeigt, ist vielschichtig. Engpässe könnten entstehen, wenn zwei von drei Transportachsen ausfallen. Der Flughafen Zürich ist auf eine reibungslose Versorgung angewiesen – schließlich hängt daran nicht nur der Güterverkehr, sondern auch die Mobilität vieler Menschen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Maßnahmen des Bundes ausreichen, um die Versorgung zu sichern.
