Logistik unter Druck: Wie Dieselpreise und Fachkräftemangel die Branche erdrücken
Die Logistikbranche in Deutschland steht unter einem enormen Druck. Dirk Schröder, Vizepräsident der IHK Rostock und Inhaber eines Transportunternehmens, berichtet von einem besorgniserregenden Anstieg der Dieselpreise, der seine Ausgaben um satte 67 % erhöht hat. Der Preis für eine Tankfüllung eines Sattelzugs hat mittlerweile die unglaubliche Grenze von 2000 Euro erreicht. Das sind Summen, die einem die Schweißperlen auf die Stirn treiben! Und die Warnungen vor möglichen Insolvenzen in der Branche mehren sich, falls die Preise nicht bald sinken. Diese besorgniserregende Situation spiegelt sich auch in der IHK-Konjunkturumfrage wider, die ein düsteres Geschäftsklima in Rostock zeigt.
Die hohen Energiepreise und die steigenden Arbeitskosten werden von den Unternehmen als größte Geschäftsrisiken wahrgenommen. Peter Volkmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Rostock, merkt an, dass trotz leicht besserer Exportaussichten kein nachhaltiger Aufschwung in Sicht ist. Die Bürokratie und geopolitischen Unsicherheiten drücken zusätzlich auf die Stimmung. Nur 9 % der Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung der Geschäftslage, während 30 % mit einer weiteren Verschlechterung rechnen. Im Arbeitsmarkt sieht es nicht besser aus: 8 % der Unternehmen planen, neue Stellen zu schaffen, während 25 % mit einem Stellenabbau rechnen müssen. Ein echtes Dilemma, das die Branche in den Würgegriff nimmt.
Fachkräftemangel trifft besonders die Logistik
Ein weiteres drängendes Problem ist der Fachkräftemangel, vor allem im Transportgewerbe. Schätzungen zufolge fehlen deutschlandweit etwa 120.000 Fahrer. Schröder führt die hohen Kosten für den Erwerb eines Führerscheins als einen der Gründe für diesen Mangel an. Das ist nicht nur frustrierend, sondern auch besorgniserregend für die Zukunft der Logistikbranche. Dabei sind die mittelständischen Unternehmen besonders betroffen. Sie stehen unter einem enormen wirtschaftlichen Druck, der durch eine Kombination aus Transformationsdruck, Kostenexplosion und den bereits erwähnten Fachkräftemangel noch verstärkt wird. Und wenn man die aktuelle Situation betrachtet, wird klar, dass die Belastungen aus der Corona-Pandemie, gestörten Lieferketten und steigender Inflation sich zu einem gefährlichen Cocktail für die Unternehmen zusammenbrauen.
Die Dieselpreise bleiben der entscheidende Energieträger im Güterverkehr. Preissteigerungen wirken sich nicht nur auf die Transportkosten, sondern auch auf die gesamte betriebliche Kalkulation aus. Kleine und mittelständische Speditionen haben oft nicht die finanziellen Rücklagen, um kurzfristige Kostensteigerungen abzufangen. Diese Unsicherheiten werden durch politische und regulatorische Anforderungen zusätzlich verstärkt. Im Moment gibt es kaum Licht am Ende des Tunnels, und viele Unternehmen fühlen sich von der Bürokratie erdrückt.
Politische Maßnahmen dringend erforderlich
Die IHK fordert daher dringend politische Maßnahmen zur Senkung der Energiekosten und zur Verbesserung der Planungssicherheit für die Unternehmen. Auch wenn EU-Programme wie „Accelerate EU“ in Aussicht stehen, die flexiblere Energiesteuern und staatliche Beihilfen beinhalten, bleibt abzuwarten, wie schnell und effektiv diese umgesetzt werden können. Die Diskussion um steuerfreie Entlastungsprämien für Beschäftigte hat bereits für Unsicherheit gesorgt, da diese politisch nicht final abgeschlossen wurde. Ein weiteres Thema, das für zusätzlichen Druck sorgt, sind die langfristigen Erwartungen an Sonderzahlungen.
Die Logistikbranche ist nicht nur für die deutsche, sondern auch für die europäische Wirtschaft zentral. Und es ist kein Geheimnis, dass die Branche unter hohem Transformationsdruck steht. Um die Stabilität der Liefer- und Versorgungsketten zu gewährleisten, müssen zukünftige politische Maßnahmen wirtschaftliche Stabilität mit einer nachhaltigen Transformation verbinden. Experten warnen, dass kleine und mittelständische Unternehmen an ihre Belastungsgrenzen geraten könnten, und das ist ein Zustand, der alle alarmieren sollte.
