Die Abschlussveranstaltung des EUREGIO Via Salina-Projekts „Güter auf die Schiene“ fand kürzlich bei der Geiger Gruppe in Herzmanns statt und war ein regelrechtes Schaulaufen der bedeutendsten Akteure aus Wirtschaft, Logistik, Infrastruktur und Verwaltung. Vertreter dieser Bereiche diskutierten über den grenzüberschreitenden Schienengüterverkehr im Wirtschaftsraum Allgäu–Außerfern, Tirol und Vorarlberg. Man spürte förmlich die Aufbruchstimmung in der Luft, denn das Projekt zielt darauf ab, mehr Gütertransport auf die Schiene zu bringen und die regionalen Transportpotenziale besser zu verknüpfen.

Durchgeführt wurde das Ganze vom Logistik-Kompetenz-Zentrum (LKZ) Prien und dem Verein Netzwerk Logistik (VNL) Österreich, und das alles wird im Rahmen des INTERREG-Programms Bayern–Österreich gefördert. Hierbei handelt es sich um eine Fortsetzung des Vorgängerprojekts „Außerfern-Allgäu-Link“. Eine spannende Diskussion entbrannte über die wirtschaftlichen Verbindungen, Engpässe in der Infrastruktur und die oft hitzigen Konflikte zwischen Personen- und Güterverkehr. Letztlich wurde klar, dass es für Unternehmen unerlässlich ist, ausreichende Gütermengen und verlässliche Verbindungen zu haben, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.

Ein gemeinsames System für alle

Die Idee eines „gemeinsamen Systems“ anstelle von Einzelmaßnahmen wurde mehrmals angesprochen. Hierbei wurden Beispiele wie die TIROLER STRASSE-SCHIENE-Umschlaggesellschaft und die Rail Cargo Group genannt, die zeigen, wie man bestehende Infrastruktur besser nutzen kann. Flexible Vor- und Nachläufe, auch mit E-Lkw für die erste und letzte Meile, stehen dabei im Vordergrund. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die geplante Reaktivierung der Anschlussbahn Ursulasried in Kempten, die als regionaler Umschlagpunkt dienen soll. Wenn Unternehmen zusammenarbeiten, ihre Transportmengen bündeln und planbare Verbindungen schaffen, könnte sich hier ein echter Fortschritt abzeichnen.

Das Projekt hat nicht nur das Ziel, die Sichtbarkeit der Region in politischen Kreisen zu erhöhen, sondern auch, konkrete Folgeprojekte zur Verbesserung des Schienengüterverkehrs zu initiieren. Es wird ein Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Infrastrukturakteuren gefördert, um die Herausforderungen des Schienengüterverkehrs sichtbar zu machen. Dabei werden auch die Bedürfnisse von Unternehmen aus Industrie, Handel und Logistikdienstleistern in der EUREGIO via salina berücksichtigt. Am Ende soll ein regionaler Masterplan für den Schienengüterverkehr entstehen, der den Unternehmen die Anbindung an internationale Verkehrsnetze erleichtert.

Der Blick über die Grenzen

Das Thema Schienengüterverkehr ist nicht nur für die Region Allgäu–Außerfern von Bedeutung, sondern hat auch weitreichende Implikationen für die nationalen und europäischen Klimaziele. In Deutschland wird der Schienengüterverkehr als Schlüssel zur Verbesserung der Logistikfähigkeit der Wirtschaft angesehen. Mit dem Masterplan Schienengüterverkehr, der 2017 vom Bundesministerium für Verkehr in Zusammenarbeit mit Branchenvertretern entwickelt wurde, sollen die Investitionen in diesen Bereich angekurbelt werden. Hierbei wird durch das Bundesprogramm „Zukunft Schienengüterverkehr“ eine Förderung von Innovationen angestrebt. Die Unternehmen sind dabei gefordert, einen Eigenbeitrag von mindestens 50% zu leisten, um Fördermittel zu erhalten.

Die aktuellen Entwicklungen im Schienengüterverkehr, wie die Automatisierung des Rangierbetriebs und die Einführung neuer Technologien, zeigen, dass die Branche vor großen Veränderungen steht. Projekte wie der Testbetrieb automatisierter Güterzüge oder die digitale Qualifizierung von Fachpersonal sind nur einige von vielen Initiativen, die dazu beitragen sollen, den Schienengüterverkehr zukunftsfähig zu machen. Es ist also ein spannendes Feld, das nicht nur für die Region, sondern für ganz Europa von Bedeutung ist.